Umfragen sehen AfD klar vor CDU – SPD warnt vor Alleinregierung
In Sachsen-Anhalt hat am Sonntag die Landtagswahl stattgefunden, bei der sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als bei der letzten Wahl 2021 abzeichnete. Bis 12 Uhr hatten bereits 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Zum Vergleich: 2021 waren es zur gleichen Zeit nur 22,4 Prozent, wie die Welt berichtet. Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr erwartet. Die Wahl könnte Signalwirkung für die anstehenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sowie für die Bundespolitik haben.
Signale für die Regierungsbildung
Die AfD liegt in den Umfragen klar vor der CDU und hofft auf eine absolute Mehrheit. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte zuvor betont, nur mit absoluter Mehrheit regieren zu wollen. In einem Interview mit der Bild-Zeitung ließ er jedoch durchblicken, dass er auch bei einer knappen Mehrheit eine Kandidatur als Ministerpräsident nicht ausschließt. Er betonte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag, um den Fortschritt des Landes nicht zu behindern, wie die Welt weiter berichtet. Die AfD peilt ein Ergebnis von „45 plus X“ an und will Siegmund zum ersten AfD-Ministerpräsidenten machen, wie die Tagesschau schreibt.
SPD warnt vor AfD-Alleinregierung
SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann warnte unterdessen vor den Folgen einer Alleinregierung der AfD. Diese wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“, sagte er nach seiner Stimmabgabe, wie die Welt und die dpa berichten. Willingmann betonte, die SPD stehe als „Deich gegen die blaue Flut“. Auch Bildungsministerin Karin Prien (CDU) kritisierte das AfD-Wahlprogramm und bezeichnete die Forderung nach Abschaffung der Schulpflicht als „gesellschaftspolitische Katastrophe“, wie der Spiegel berichtet.
Tausende demonstrieren gegen AfD in Magdeburg
In Magdeburg demonstrierten am Wochenende Tausende Menschen für eine weltoffene Gesellschaft. Die Veranstalter sprachen von 15.000 bis 20.000 Teilnehmern, während die Polizei etwa 10.000 Menschen bei mehreren Veranstaltungen in der Landeshauptstadt zählte, wie der Spiegel schreibt. Organisator Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland, zeigte sich beeindruckt vom Andrang und betonte, es gehe darum, Haltung zu zeigen und Mut zu machen. Gleichzeitig warnte er, dass die Wahl nicht mehr zu beeinflussen sei.
AfD führt Umfragen mit 41 bis 42 Prozent
Die aktuelle Umfragenlage deutet darauf hin, dass die AfD mit etwa 41 bis 42 Prozent stärkste Kraft werden könnte, während die CDU bei rund 23 Prozent liegt. Die Linke folgt mit etwa 11 bis 11,5 Prozent, die SPD mit 8 bis 8,5 Prozent und die Grünen mit 6 Prozent, wie die Tagesschau und die Süddeutsche Zeitung berichten. Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen – doch alle anderen Parteien schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Eine Minderheitsregierung unter CDU-Führung könnte dann auf Stimmen der Linken angewiesen sein, ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.