In Magdeburg und Halle nutzen bereits über 87.500 Menschen die Briefwahloption.
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 greifen immer mehr Bürger auf die Briefwahl zurück. Allein in den beiden größten Städten des Bundeslandes, Magdeburg und Halle, haben bereits mehr als 87.500 Menschen die Unterlagen beantragt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Die Zahl steigt weiter, und es wird mit weiteren Anträgen gerechnet. Ein Stadtsprecher wies den Verdacht auf mögliche Unregelmäßigkeiten zurück, wie die dpa weiter mitteilt. Die Briefwahl hat in Sachsen-Anhalt bereits Tradition: Bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren nutzten fast 29,1 Prozent der Wahlberechtigten diese Möglichkeit, wie der Merkur berichtet. 2016 lag der Anteil noch bei rund 14 Prozent. Der Trend zur Briefwahl ist damit auch in Sachsen-Anhalt ungebrochen.
Briefwahlantrag: So geht’s schnell und einfach
Für die Briefwahl ist ein Wahlschein erforderlich, den die zuständige Gemeinde oder Stadt ausstellt. Der Antrag kann schriftlich, mündlich, per Fax, E-Mail oder über ein Online-Formular gestellt werden, wie der Merkur weiter erklärt. Eine telefonische Beantragung ist nicht zulässig. Wer die Unterlagen persönlich abholt, kann direkt vor Ort wählen. Die Rücksendung des Wahlbriefs ist innerhalb Deutschlands kostenlos.
Briefwahlfristen: Wann der Antrag spätestens eingeht
Die Fristen für die Briefwahl sind klar geregelt: Der Wahlschein muss spätestens am 4. September 2026 bis 15:00 Uhr beantragt werden. Bei nachgewiesener plötzlicher Erkrankung ist eine Antragstellung noch am Wahltag bis 15:00 Uhr möglich. Die Landeswahlleitung verschickt die Briefwahlunterlagen in der ersten Augusthälfte. Wer seinen Wahlschein verliert oder nicht erhält, kann bis zum 5. September 2026, 12:00 Uhr, einen Ersatz beantragen. Entscheidend für die Gültigkeit ist der Eingang des Wahlbriefs bei der zuständigen Stelle, der spätestens am Wahltag bis 18:00 Uhr erfolgen muss.
Fälschungen bei Briefwahl: Selten, aber gefährlich
Fälschungen bei der Briefwahl sind in Deutschland selten, aber nicht ausgeschlossen. Aktuell steht ein ehemaliger CSU-Politiker aus Bayern vor Gericht, der Wahlunterlagen manipuliert haben soll. In Sachsen-Anhalt selbst kam es 2014 in Stendal zu massiven Fälschungen bei der Kommunalwahl, wie der Merkur berichtet. Ein ehemaliger Stadtrat wurde 2017 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, nachdem er Briefwahlvollmachten gefälscht und fremde Wahlunterlagen selbst ausgefüllt hatte.