Der Wirtschaftsweise Martin Werding hat die Abschaffung der Witwenrente gefordert. Sie sei nicht mehr zeitgemäß und koste die Rentenkasse fast 50 Milliarden Euro pro Jahr. Als Alternative schlägt er ein Rentensplitting vor.
Kritik an aktueller Regelung
Die Witwenrente führt die Rentenversicherung als versicherungsfremde Leistung. "Die Witwenrente ist nicht mehr zeitgemäß, heute können Frauen selbst vorsorgen", sagte Werding der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). "Das Familienrecht ist weiter als das Sozialrecht."
Werding verwies auf Schweden: "Natürlich muss es Bestandsschutz und Übergangsfristen geben. Schweden hat die Witwenrente 1990 abgeschafft für alle Ehen, die danach geschlossen wurden."
Statt der Witwenrente sollte es ein Rentensplitting geben. "Ein Rentensplitting sollte die Witwenrente ersetzen. Danach teilen sich die Partner alle in der gemeinsamen Zeit erworbenen Rentenpunkte auf", So lange beide leben, sollte die Rente etwas geringer sein als bisher. Wenn einer stirbt, habe der überlebende Partner dann mehr als die Hälfte.
Eine Reform der Witwenrente sei "dringend nötig", so Werding. Die Rentenkommission, der er angehörte, hatte das Thema nur gestreift. In ihrem Abschlussbericht heißt es: "Die Kommission empfiehlt, Reformoptionen zu prüfen, welche die Hinterbliebenenversorgung an die geänderten gesellschaftlichen Normen und Rahmenbedingungen anpassen."