Nutzer können bald ohne Handynummer chatten – Reservierung startet
WhatsApp plant die Einführung von Benutzernamen, mit denen Nutzer künftig chatten können, ohne ihre Mobilfunknummer preiszugeben. Die weltweite Reservierung der Namen soll in Kürze beginnen, wie der Messenger-Dienst selbst ankündigt. Damit reagiert das Unternehmen auf wachsende Datenschutzbedenken, die in der Vergangenheit immer wieder von Nutzern und Experten geäußert wurden. So hatte das Portal CHIP etwa darauf hingewiesen, dass Meta als Betreiber von WhatsApp zu den größten Datensammlern weltweit gehört und Nutzerdaten in großem Stil verarbeitet. WhatsApp betont zwar regelmäßig, dass Chats durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt seien, doch Metadaten wie Kontaktdaten oder Geräteverknüpfungen bleiben oft unverschlüsselt und damit potenziell angreifbar.
Hacker nutzen Social Engineering gegen Messenger
Gleichzeitig warnen Sicherheitsbehörden wie das FBI und die US-Cybersicherheitsbehörde CISA vor gezielten Angriffen auf Messenger-Dienste. Wie IT Boltwise berichtet, nutzen russische Hackergruppen Social-Engineering-Methoden, um Nutzer dazu zu bringen, Verifizierungscodes oder Backup-Wiederherstellungsschlüssel preiszugeben. Besonders betroffen sind dabei Dienste wie Signal und WhatsApp, bei denen Angreifer durch die Kompromittierung von Wiederherstellungsschlüsseln auch auf ältere Nachrichten zugreifen können. Die Behörden ordnen diese Aktivitäten Gruppen wie UNC5792 und UNC4221 zu und haben für Hinweise zur Identität der Verantwortlichen eine Belohnung von rund 9,2 Millionen Euro ausgesetzt, wie Borncity berichtet.
WhatsApp führt neue Sicherheitswarnungen ein
WhatsApp selbst hat bereits erste Gegenmaßnahmen angekündigt. So sollen ab Juni 2026 neue Sicherheitsfunktionen eingeführt werden, darunter Warnhinweise vor unbekannten Kontakten und heimlichen Geräteverknüpfungen. Nutzer erhalten dann vor dem ersten Chat mit einer nicht eingespeicherten Nummer Informationen über das Herkunftsland des Absenders und gemeinsame Gruppen. Zudem wird bei Versuchen, ein unbekanntes Gerät zu verknüpfen, eine Warnung mit dem ungefähren Standort des anfragenden Geräts angezeigt, wie Borncity weiter mitteilt.
Meta verklagt wegen angeblich mangelnder Verschlüsselung
Trotz dieser Schritte bleibt die Diskussion um die Sicherheit von WhatsApp kontrovers. Während Meta betont, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung intakt sei, gibt es immer wieder Vorwürfe, dass Metadaten oder interne Prozesse Nutzer gefährden könnten. So hatte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton Meta kürzlich verklagt, weil WhatsApp die versprochene Verschlüsselung angeblich nicht einhalte. Unabhängige Analysten fanden jedoch keine Belege für eine Verletzung des Verschlüsselungsprotokolls, wie Borncity berichtet.
Nutzer sollen Geräteverknüpfungen regelmäßig prüfen
Für Nutzer bedeutet die Einführung von Benutzernamen vor allem mehr Flexibilität und Privatsphäre. Ob die neuen Sicherheitsfunktionen ausreichen, um die wachsenden Bedrohungen durch Phishing und Social Engineering abzuwehren, bleibt abzuwarten. Experten raten weiterhin, regelmäßig die verknüpften Geräte zu prüfen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren und misstrauisch bei unaufgeforderten Nachrichten zu sein, die zur Gerätebestätigung auffordern.
