An der Waldbühne Kloster Oesede laufen die Vorbereitungen für das Musical „Das Wunder von Bern“ auf Hochtouren. Premiere ist am Freitagabend (26. Juni).
Regisseur sorgt für Emotionen
Regisseur Bernard Niemeyer blickt dabei weit über den Fußball hinaus: Für ihn erzählt das Stück vor allem von den Menschen in der Nachkriegszeit, ihrem Zusammenhalt und der Hoffnung, die der WM-Sieg 1954 vielen zurückgab. „Die Emotionen sind das verbindende Element“, sagt er.
Für seine Inszenierung setzte sich Niemeyer intensiv mit der Geschichte der Nachkriegsjahre auseinander. Gemeinschaft sei damals überlebenswichtig gewesen – ein Gedanke, der ihn bis heute bewegt. Ähnliche Momente habe er auch während der Fußball-WM 2006 erlebt, als Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gemeinsam mit der Nationalmannschaft mitfieberten. „Dieses verbindende Gefühl war etwas ganz Besonderes.“
Niemeyer kennt den Stoff
Den Stoff kennt Niemeyer seit Jahren. Nach dem Film von Sönke Wortmann sah er auch die Hamburger Musicalproduktion und entschied sich später selbst für den Regieweg. Über Bühnenbildner Tom Grasshof kam er zur Waldbühne Kloster Oesede. Anfangs war er skeptisch, doch nach einer Vorstellung von „The Prom“ änderte sich seine Meinung schlagartig: „Ich habe lange keine so starke Theaterproduktion mehr gesehen.“
Besonders beeindruckt den Regisseur die Leidenschaft der vielen Ehrenamtlichen. Ob Technik, Kostüm oder Requisite – alle investieren einen großen Teil ihrer Freizeit in das Projekt. „Hier arbeiten Menschen mit unglaublichem Herzblut.“ Seit Januar wird an mehreren Tagen pro Woche geprobt, parallel zur Familienproduktion „Shrek“, mit der sich das Ensemble Bühne und Infrastruktur teilt.
Fußball auf einer Freilichtbühne?
Eine besondere Herausforderung ist die Darstellung des Fußballs auf einer Freilichtbühne ohne große Spezialeffekte. Deshalb setzt Bernard Niemeyer auf Choreografien, Spielszenen und wiederkehrende Symbole. „Deshalb taucht der Ball immer wieder auf und durchzieht die Inszenierung wie ein roter Faden.“
Vor allem die Kinder im Ensemble berühren den Regisseur. „Wenn sie singen, bekomme ich regelmäßig Tränen in den Augen.“ Am Ende nimmt er vor allem eines aus der Probenzeit mit: „Das starke Gemeinschaftsgefühl.“ Genau dieses Gefühl soll auch das Publikum erleben. „Wir alle sind unterschiedlich, wir haben verschiedene Meinungen. Aber wir brauchen einen gemeinsamen Nenner“, sagt Bernard Niemeyer.
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