Großflächige Brände in NRW, Belgien und Südeuropa – Evakuierungen und Löscharbeiten laufen
In Deutschland kämpfen Feuerwehrkräfte weiterhin gegen großflächige Waldbrände, insbesondere in der Eifel. Im Hürtgenwald bei Düren ist der Brand nach Angaben der Tagesschau der größte in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Etwa 300 Hektar Wald stehen in Flammen, und die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition im Boden erschwert. Die Feuerwehr musste ihre Einsatzzentrale verlegen, nachdem sich der Wind drehte und der Rauch die Einsatzkräfte bedrohte. Rund 500 Feuerwehrleute aus NRW wechseln sich alle zwölf Stunden ab, und zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlagen Schneisen, um ein Übergreifen des Feuers auf den evakuierten Ortsteil Gey zu verhindern. Fünf Personen wurden leicht verletzt, darunter eine ältere Person mit Herzproblemen bei der Evakuierung.
Wipfelfeuer und Winde behindern Löscharbeiten
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) will sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet zudem, dass die Feuerwehr in der Nacht zum Samstag den Personaleinsatz in besonders gefährdeten Bereichen fast verdoppelt hat. Die Rauchsäulen sind weithin sichtbar, und die Evakuierung von Gey betraf über 2.000 Menschen, die in Notunterkünften oder bei Verwandten Unterschlupf fanden. Die Löscharbeiten werden durch Wipfelfeuer und starke Winde zusätzlich erschwert. Auch in der Vordereifel in Rheinland-Pfalz konnte die Feuerwehr am Freitagabend vorerst Entwarnung geben.
Feuerfront nähert sich deutscher Grenze
Das Feuer bei Langenscheid sei unter Kontrolle, und die Evakuierungswarnungen für Arft und Langenfeld wurden aufgehoben. Betroffen waren rund 50 Hektar Fläche, an deren Bekämpfung bis zu 300 Feuerwehrkräfte und Helfer beteiligt waren. In Belgien breitet sich ein Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze aus. Wie der Westen berichtet, musste der Ort Küschelscheid evakuiert werden, da die Feuerfront nur noch 1,5 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist. Die belgischen Behörden melden eine zerstörte Fläche von fast 3.000 Hektar, und die Löscharbeiten gestalten sich aufgrund des unwegsamen Geländes schwierig.
Tote und Verletzte in Kroatien durch Buschfeuer
In Südeuropa kämpfen Einsatzkräfte ebenfalls gegen Waldbrände. In Frankreich wurden seit Donnerstag 1.580 Hektar Land verwüstet, und 650 Menschen mussten evakuiert werden. In Spanien bedrohen Brände in der Region Aragón bereits 15.000 Hektar Land, und über 1.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Kroatien wurde eine Leiche in verbranntem Buschwerk gefunden, und mehrere Verletzte werden im Krankenhaus behandelt. Auch in Großbritannien, Serbien und Griechenland wüten Brände, die durch extreme Hitze und Trockenheit begünstigt werden.