Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sieht Europa am Beginn eines größeren Krieges. Nach dem überraschenden Empfang von Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte er sich im Podcast „MD Meets“ pessimistisch über die Aussichten auf Frieden. Der Schritt löste in Serbien und Russland heftige Kritik aus.
Kein Ende des Ukraine-Kriegs in Sicht
Vučić geht nicht von einem Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine in diesem Jahr aus – auch nicht vor dem kommenden Frühjahr. "Ich sage Ihnen, warum: Weil ich glaube, dass eine Seite stärker und – auf die eine oder andere Weise – siegreich sein muss, damit der Krieg endet."
Als Grund für die aktuelle Pattsituation nannte er die fehlende Bereitschaft zu Kompromissen. Jeder wolle die Niederlage der anderen Seite sehen. "Ich glaube, dass wir am Anfang eines größeren Krieges stehen. Und deshalb hatte ich gehofft, dass inzwischen jemand anderes etwas getan hätte, um Frieden zu schaffen." Das sei nicht geschehen und werde auch nicht bald geschehen, was bedeute, dass man am Rande eines viel, viel größeren Krieges stehe.
Auf die Frage nach russischen Angriffen in europäischen Ländern nahm Vučić die Perspektive Moskaus ein. Der "hybride Krieg" gegen Deutschland und andere Länder sei "im Grunde dasselbe, was Europa gegen Russland getan hat". "Sie haben die Ukraine aufgerüstet und Russland mit Sanktionen belegt. Gleichzeitig haben Sie die Ukraine finanziell unterstützt – was ist das, wenn nicht ein hybrider Krieg gegen Russland?"
Gleichzeitig betonte er, dass die Ukraine den Krieg nicht begonnen habe und Täter und Opfer nicht verwechselt werden dürften.