Der Bühnenersatzverkehr Theaterlinie 49 startet in Bad Laer in eine neue Spielzeit – und setzt dabei erneut auf ungewöhnliche Musicalstoffe. Ab dem 18. September 2026 steht zunächst „Eine ganz heiße Nummer“ auf dem Programm. Im Februar 2027 folgt die Eigenproduktion „Greta. Faust ohne Faust“, die Goethes Klassiker aus einer modernen Perspektive neu erzählt.
Neue Spielzeit in der ConCello Halle
Mit „Eine ganz heiße Nummer“ bringt der Verein einen Stoff auf die Bühne, der bereits als Kinofilm und Theaterstück bekannt ist, als Musicalfassung allerdings nur selten zu sehen ist. Der Bühnenersatzverkehr ist nach eigenen Angaben erst die zweite Bühne überhaupt, die die Geschichte um einen kleinen Tante-Emma-Laden in der bayerischen Provinz als Musical aufführt.
Darin kämpft Maria nach der Schließung der Glashütte ums Überleben ihres Dorfladens. Gemeinsam mit Waltraud und Lena sucht sie nach einer Lösung für die finanzielle Not. Schließlich kommt das Trio auf eine ungewöhnliche Idee: Eine erotische Hotline soll den Laden retten. Das Vorhaben sorgt bald für Aufregung im Dorf und bringt Freundschaften, Beziehungen und Geheimnisse durcheinander.
Zwischen Dorfsterben und Zusammenhalt
Regisseur Patrick Hehmann sieht in dem Stück mehr als eine turbulente Komödie: „‚Eine ganz heiße Nummer‘ lenkt den Blick auf die Herausforderungen des Dorfsterbens sowie den Konflikt zwischen gesellschaftlichen Konventionen und individueller Freiheit und zeigt dabei, wie wichtig Zusammenhalt ist – gerade im ländlichen Raum“, fasst er die Kernbotschaft des Stücks zusammen.
Auch räumlich gibt es eine Neuerung: In der ConCello Halle steht erstmals die fertiggestellte Publikumstribüne zur Verfügung. Die neue Konstruktion soll von allen Plätzen aus einen besseren Blick auf die Bühne ermöglichen. „Leider mussten wir bei unseren ersten beiden Produktionen noch einige Abstriche bei der Sicht auf die Bühne hinnehmen. Mit der neuen Tribüne und einer Stufenhöhe von 19 Zentimetern je Reihe können wir unseren Gästen nun von jedem Platz aus einen deutlich besseren Blick auf das Bühnengeschehen bieten.“
„Greta. Faust ohne Faust“ folgt im Februar
Während „Eine ganz heiße Nummer“ auf Komödie und Dorfleben setzt, wird es mit „Greta. Faust ohne Faust“ deutlich gesellschaftskritischer. Die Eigenproduktion feiert am 9. Februar 2027 Premiere und greift Goethes „Faust“ auf, erzählt die Geschichte aber aus einer modernen Perspektive.
Ausgangspunkt ist ein Theater, dessen Intendant einen Regisseur wegen Sexismusvorwürfen aus der „Faust“-Produktion entlassen muss. Als auch der Hauptdarsteller aus Protest aussteigt, übernimmt die bisherige Regieassistentin und entwickelt eine völlig neue Inszenierung. Das Musical beschäftigt sich mit tradierten Rollenbildern, Machtstrukturen und gesellschaftlichen Erwartungen.
Für „Eine ganz heiße Nummer“ läuft der Vorverkauf bereits. Einige Vorstellungen sind nach Angaben des Vereins nur noch mit wenigen Restkarten verfügbar. Wegen der großen Nachfrage werden zudem drei zusätzliche Vorstellungen im Oktober geprüft. Die Tickets kosten 19 Euro, ermäßigt 12 Euro.
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