Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hat den Boykott von fünf europäischen Ländern beim Eurovision Song Contest (ESC) scharf kritisiert. Er wirft den Regierungen Spaniens, der Niederlande, Sloweniens, Irlands und Islands sowie mehr als 1.100 Musikern antisemitische Motive vor und weist Vergleiche mit dem Ausschluss Russlands zurück.
Beim ESC träten keine Staats- und Regierungschefs gegeneinander an, sondern Künstler, sagte Volker Beck am Freitag den Sendern RTL und ntv. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete wandte sich damit gegen den Boykott des Wettbewerbs durch fünf europäische Länder.
Kritik an Boykott und Vergleich mit Russland
Der israelische Beitrag werde vom öffentlich-rechtlichen Sender KAN verantwortet, „der super regierungskritisch ist“, sagte Beck den Sendern RTL und ntv. Auf russischer Seite sei hingegen ein staatlicher Propagandasender am Start gewesen. Dieser sei in einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ausgeschlossen worden – das lasse sich nicht mit Israel gleichsetzen, so Beck gegenüber RTL und ntv.
Spanien, die Niederlande, Slowenien, Irland und Island boykottieren den ESC und werfen der Europäischen Rundfunkunion doppelte Standards vor. Beck hingegen sieht die fünf Länder „kollektiv auf einem antisemitischen, antizionistischen Trip“, wie er RTL und ntv sagte.
Vorwurf antisemitischer Motive
Insbesondere der spanische Ministerpräsident versuche aus Sicht von Beck, mit seiner Israel-Politik von innenpolitischen Problemen abzulenken. Auch den Boykottaufruf von mehr als 1.100 Musikern bezeichnete Beck in den Sendern RTL und ntv als antisemitisch motiviert und an der Realität vorbeigehend.
ESC-Debatte beeinflusst Wahlverhalten
Den Vorwurf, Israel nutze den ESC gezielt als Imagekampagne und rufe systematisch zu Mehrfachabstimmungen auf, hält Beck für unrealistisch. Die israelische Regierung sei in Sachen Imagewerbung so ungeschickt, dass israelische Künstler darüber eher spötteln würden, sagte er RTL und ntv.
Gleichzeitig räumt Beck ein, dass die aufgeheizte Debatte sein eigenes Wahlverhalten beeinflusst: „Es gibt natürlich viele Menschen, zu denen gehöre ich selbst auch, die sagen: Ich bin so angewidert von diesen antiisraelischen Protesten und von diesen Boykotthaltungen, dass ich mich solidarisch bei so einer Abstimmung verhalte. Und dann schicke ich halt zehn SMS für Noam Bettan und seinen Song ‚Michelle`“, sagte Beck den Sendern RTL und ntv. Eigentlich wünsche er sich aber, „dass man das alles nicht bräuchte“ und am Ende tatsächlich der beste Künstler die besten Chancen habe.
✨ mit KI bearbeitet