In Europa sterben Bäume zunehmend vorzeitig ab. Eine neue Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt, dass nicht nur Trockenheit, sondern auch ungewöhnlich warme oder feuchte Frühlinge das Risiko erhöhen. Selbst zunächst ideale Wachstumsbedingungen können später zum Verhängnis werden.
Studie zu vorzeitigem Baumsterben
In Europa sterben Bäume nach neuen Erkenntnissen vermehrt verfrüht ab. Eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in der Schweiz kommt zu dem Ergebnis, dass neben Trockenheit auch ungewöhnlich warme oder feuchte Frühlinge das Absterberisiko deutlich steigern. Selbst scheinbar ideale Wachstumsbedingungen wirken demnach nicht zwingend positiv, sondern können in späteren Jahren nachteilige Folgen haben.
Analyse französischer Forstdaten
Ein internationales Team unter der Leitung des französischen Laboratoire des Sciences du Climat et de l`Environnement und der WSL analysierte für die Studie Daten des französischen Forstinventars aus den Jahren 2015 bis 2023. Die Forscher stellten fest, dass Abweichungen vom üblichen saisonalen Klima das Baumsterben in Frankreich auslösten. Laut Studie erhöhten überraschenderweise auch warme, feuchte Frühlinge das Risiko des Absterbens.
Konsequenzen für die Forstpraxis
Für die Forstpraxis bedeutet dies nach Einschätzung der Forscher, dass trockenresistentere Bäume aus südlichen Regionen stärker in den Fokus rücken sollten. Zudem müssten große Bäume, die viel Wasser verbrauchen, früher aus dem Bestand entfernt werden, um den verbleibenden Bäumen genügend Wasser zu sichern. Die Erkenntnisse aus dieser Studie lassen sich den Forschern zufolge auch auf andere Regionen in Europa übertragen.
