Eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer würde Haushalte mit niedrigen Einkommen laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung prozentual stärker treffen als Besserverdienende. Selbst wenn der Satz für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs gesenkt würde, fiele die Belastung für Geringverdiener im Verhältnis zum Einkommen höher aus, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe). In einem untersuchten Szenario steigt der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 auf 22 Prozent, während der ermäßigte Satz von sieben auf fünf Prozent sinkt.
Studie warnt vor stärkeren Belastungen für Geringverdiener
Die Forscher der Böckler-Stiftung haben anhand amtlicher Statistiken berechnet, welche Folgen eine solche Veränderung der Mehrwertsteuer für den durchschnittlichen Einkauf verschiedener Einkommensgruppen hätte. Für eine Alleinerziehende mit einem Kind und rund 3.900 Euro brutto ergäbe sich demnach eine zusätzliche Belastung von 20 Euro pro Monat an Mehrwertsteuer. Bei einem Single mit knapp 3.000 Euro brutto wären es 14 Euro im Monat. Beide Einkommensgruppen würden laut Böckler-Stiftung rund 0,5 Prozent ihres Bruttolohns verlieren.
Geringere relative Belastung für Topverdiener
Anders fällt die Rechnung für Besserverdiener aus. Ein Single mit mehr als 13.000 Euro Einkommen müsste der Studie zufolge zwar ebenfalls fast 40 Euro mehr Mehrwertsteuer im Monat zahlen. Gemessen am Bruttolohn würde das Minus jedoch 0,3 Prozent betragen und damit geringer ausfallen als bei den Geringverdienern, so die Böckler-Stiftung.
Hintergrund: Steuerpläne der Bundesregierung
Derzeit erwägt die Bundesregierung Berichten zufolge, eine Senkung der Einkommensteuer durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu finanzieren, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe) berichtet.
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