Der Sozialethiker Elmar Nass warnt vor wachsenden Einsamkeitsrisiken durch KI-basierte Chatbots und fordert klare Grenzen für deren Einsatz. Digitale Systeme könnten persönliche Gespräche mit Freunden oder vertrauten Menschen nicht ersetzen und verstärkten vielmehr soziale Isolation, sagte Nass der „Rheinischen Post“. Neue Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) weisen zugleich darauf hin, dass sich bereits etwa jeder fünfte junge Erwachsene in Deutschland sehr einsam fühlt.
Sozialethiker warnt vor Isolation durch digitale Gespräche
Der Sozialethiker Elmar Nass sieht in der zunehmenden Nutzung von KI-basierten Chatbots ein ernstes gesellschaftliches Risiko. „Ja, diese Gefahr sehe ich eindeutig. Wenn digitale Systeme Gespräche mit Freunden oder vertrauten Menschen ersetzen, verstärkt das Isolation“, sagte Nass der „Rheinischen Post“. Ein Chatbot sei „kein Gegenüber mit Verantwortung oder Empathie“, warnte er gegenüber der Zeitung.
Gefahr bei seelischen Krisen
Weiter sagte Nass, problematisch werde es, wenn Chatbots menschliche Beziehungen ersetzten. Gerade bei seelischen Krisen könne das gefährlich werden. Es habe bereits Fälle gegeben, in denen Menschen mithilfe von Chatbots Suizidgedanken entwickelt oder konkretisiert hätten. Das zeige, wie schief die Entwicklung laufen könne, so Nass in der „Rheinischen Post“.
Forderung nach Regulierung und Bildung
Nass sprach sich daher für eine strengere Regulierung und mehr Aufklärung aus. „Wir brauchen mehrere Dinge gleichzeitig: Regulierung, gesellschaftliche Debatten und vor allem Bildung. Es müssen klare Regeln definiert werden – etwa dort, wo menschliche Beziehungen durch KI ersetzt werden“, sagte er der „Rheinischen Post“.
Neue Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigen nach Angaben des Instituts, dass sich etwa jeder fünfte junge Erwachsene in Deutschland sehr einsam fühlt.
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