Der Sozialverband Deutschland (SoVD) verlangt nach der aktuellen Jahresstatistik des Medizinischen Dienstes Bund eine Stärkung der Patientenrechte. SoVD-Chefin Michaela Engelmeier fordert laut einem Bericht der „Rheinische Post“ ein geringeres Beweismaß für den Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden sowie die Pflicht, Patientinnen und Patienten auch ohne Nachfrage über Behandlungsfehler zu informieren.
Forderungen an Beweislast und Dokumentation
Engelmeier führt aus, die Vollständigkeit der Behandlungsunterlagen müsse schriftlich bestätigt werden. Werde Informationen oder Akteneinsicht verweigert, müsse dies spürbare rechtliche Konsequenzen bis hin zur Beweislastumkehr haben.
Deutschlandweit wurden im vergangenen Jahr knapp 3.100 medizinische Behandlungsfehler bestätigt. In 2.700 Fällen waren die Fehler ursächlich für Schäden, wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten jährlichen Begutachtungsbericht des Medizinischen Diensts auf Bundes- und Länderebene hervorgeht.
Engelmeier sagte, die Zahlen offenbarten "erneut eine ernüchternde Realität".