Am 12. August 2026 droht Engpass bei zertifizierten Brillen – Alternativen möglich
Am Mittwoch, den 12. August 2026, wird über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein, bei der bis zu 90 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt werden. Wer das Naturphänomen beobachten möchte, steht jedoch vor einem Problem: Zertifizierte Schutzbrillen sind in vielen Geschäften bereits ausverkauft, wie die Berliner Zeitung berichtet. Die Nachfrage steigt mit Annäherung des Termins weiter an, sodass Interessierte oft leer ausgehen.
Sichere Sonnenbeobachtung mit Hausmitteln
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt als sichere Alternative die Nutzung einer selbstgebauten Lochkamera, auch Camera obscura genannt. Diese Methode projiziert das Bild der Sonne durch eine kleine Öffnung auf eine helle Fläche, sodass der Blick nicht direkt in die Sonne gerichtet werden muss. Die Berliner Zeitung beschreibt, wie man eine solche Lochkamera mit einfachen Haushaltsmitteln wie einem Schuhkarton, Alufolie und weißem Papier herstellen kann. Auch ein Küchensieb oder die natürlichen Lücken im Blätterdach von Bäumen können als Projektionsfläche dienen.
Gefahr für die Augen durch ungeschützten Blick
Die Gefahr eines ungeschützten Blicks in die Sonne wird oft unterschätzt. Hans Hoerauf, Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen, warnt vor irreversiblen Schäden an der Netzhaut, die durch die gebündelten Sonnenstrahlen entstehen können. Besonders bei einer partiellen Finsternis bleibt das Licht der Sonne intensiv und gefährlich, selbst wenn sie nicht vollständig verdeckt ist. Normale Sonnenbrillen, Schweißerbrillen oder Hausmittel wie rußgeschwärztes Glas, Röntgenbilder oder CDs bieten keinen ausreichenden Schutz, wie die Berliner Zeitung betont.
Nur geprüfte Folien schützen vor Netzhautschäden
Wer dennoch direkt in die Sonne schauen möchte, benötigt eine geprüfte Sonnenschutzfolie nach der Norm EN ISO 12312-2:2015. Nur mit dieser kann laut Focus Online eine eigene Schutzbrille gebastelt werden. Alltagsmaterialien wie Alufolie oder CDs sind dafür ungeeignet, da sie schädliche Strahlung durchlassen und schwere Netzhautverletzungen bis hin zur Erblindung verursachen können.