Bundesverkehrsminister Bilger warnt vor Folgen für Rhein und andere Flüsse
Die anhaltende Trockenheit führt zu historischen Niedrigwasserständen auf deutschen Flüssen und belastet die Binnenschifffahrt massiv. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) warnte vor einer möglichen Zweiteilung des Rheins, sollte der Pegel weiter sinken. Wie der ZDF berichtet, könnte der Fluss dann nicht mehr durchgängig befahrbar sein. Der Verband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) bestätigte diese Befürchtung und verwies auf den Pegel Kaub, der auf nur noch 19 Zentimeter gesunken ist.
Schifffahrt am Rhein kommt zum Erliegen
Bei solchen Werten sei die gewerbliche Schifffahrt in der Region nicht mehr möglich, sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen der Rheinischen Post. Betroffen wären sowohl der Gütertransport als auch die Ausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt. Als Reaktion auf die Krise wurden bereits in mehreren Bundesländern Sonntagsfahrverbote für Lkw aufgehoben, um den Güterverkehr auf die Straße zu verlagern. Bilger betonte im NDR-Interview, dass kurzfristige Maßnahmen wie zusätzliche Bahnkapazitäten und weniger Baustellen notwendig seien, um die Situation zu entspannen.
Bund investiert Rekordsummen in Verkehrsinfrastruktur
Langfristig müssten jedoch Wasserstraßen ausgebaut und Schiffe umgerüstet werden, um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Gleichzeitig betonte der Minister, dass der Bund so viel Geld für Infrastrukturinvestitionen zur Verfügung habe wie nie zuvor. In Schleswig-Holstein besichtigte Bilger während seiner Sommertour Projekte wie die Rader Hochbrücke und die autonome Personenschifffahrt auf der Kieler Förde. Doch auch hier gibt es Herausforderungen: Bei mehreren Verkehrsprojekten im Land ist die Finanzierung noch nicht gesichert, wie der NDR berichtet.
Millionenprojekte ohne gesicherte Finanzierung
So fehlen etwa für den zweiten Teil der Rader Hochbrücke, der rund 300 Millionen Euro kosten soll, noch die Haushaltsmittel. Ähnlich sieht es bei der Marschbahn aus, deren zweigleisiger Ausbau zwar beschlossen, aber noch nicht finanziert ist. Zudem klagt der Nord-Ostsee-Kanal unter Personalmangel und langen Wartezeiten an den Schleusen, was die Attraktivität der Route mindert. Bilger verteidigte zwar den geplanten Stellenabbau in den Behörden, betonte aber, dass der operative Bereich möglichst nicht betroffen sein solle.