Wie kommt künftig das Mittagessen auf die Teller von Osnabrücks Kita- und Schulkindern? Die Grünen im Osnabrücker Rat wollen weg von langen Lieferwegen und externen Caterern und setzen stattdessen auf eine Zubereitung direkt in der Stadt. Doch die angekündigten Vorschläge der Verwaltung lassen nach Angaben der Ratsfraktion weiter auf sich warten.
Entscheidung sollte eigentlich vor der Sommerpause fallen
Die Diskussion über die Qualität der Mittagsverpflegung beschäftigt die Osnabrücker Politik bereits seit mehr als 15 Jahren. Seit 2013 arbeitet zudem ein Arbeitskreis an dem Thema, in dem unter anderem Schüler-, Lehrer- und Elternschaft, Hochschulen, Verbraucherzentrale, Gesundheitsdienst sowie Politik und Verwaltung vertreten sind. Aus diesem Gremium seien im vergangenen Jahr Vorschläge für eine grundlegende Verbesserung der Mittagsverpflegung entwickelt worden. Eigentlich sollten diese noch vor der Sommerpause im Schulausschuss behandelt werden.
„Seit mehr als 15 Jahren diskutieren wir über die Mittagsverpflegung in den Kitas und Schulen. Über die Vergabekriterien haben wir immer wieder versucht, an der Qualitätsschraube zu drehen. Seit 2013 gibt es einen eigens gegründeten Arbeitskreis aus Schüler-, Lehrer- und Elternschaft, Vertreter:innen der Hochschulen, Verbraucherzentrale, dem Gesundheitsdienst sowie Politik und Verwaltung. Aus diesem Gremium heraus wurden im letzten Jahr Vorschläge zur strukturellen Verbesserung des Ist-Zustands entwickelt. Diese sollten noch vor der Sommerpause dem Schulausschuss vorgelegt werden. Das ist nicht passiert. Wir hätten gerne schon im Juni eine Entscheidung getroffen. So droht de facto eine Verschiebung der politischen Diskussionen in das nächste Jahr, wenn der neue Rat seine Arbeit vollends aufgenommen hat. Das ist bedauerlich“, kritisiert die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Birgit Strangmann.
Grüne wollen Essen direkt in Osnabrück kochen
Im Mittelpunkt der Überlegungen steht eine grundsätzliche Veränderung: Das Essen für Kitas und Schulen könnte künftig in Osnabrück selbst gekocht werden. Derzeit wird die Verpflegung größtenteils von externen Caterern aus anderen Städten angeliefert. Die Grünen bevorzugen mehrere Küchen, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Denkbar wäre für sie aber auch eine zentrale Großküche, wenn sich diese Lösung als wirtschaftlicher erweisen sollte.
„Jedes Kind hat ein gutes Schulessen verdient. Für viele ist es die einzige warme Mahlzeit am Tag. Deshalb setzen wir auf Frische und Qualität aus Osnabrück. Damit hätten wir es selbst in der Hand. Kurze Wege sind auch gut fürs Klima und für die Förderung von Produzent:innen aus der Region. Unsere Präferenz sind mehrere Küchen über die Stadtteile verteilt. Sollte es aus wirtschaftlichen Gründen zielführender sein, eine zentrale Großküche zu schaffen, stehen wir dem offen gegenüber, auch wenn es dann bei Ausfällen zu Problemen kommen könnte. Die Hauptsache ist, dass die Qualität des Essens besser wird und die Kinder eine gesunde und vollwertige Mahlzeit erhalten, die schmeckt“, erklärt die kinderpolitische Sprecherin Loreto Bieritz.
Göttingen soll als Vorbild dienen
Dass eine kommunal organisierte Mittagsverpflegung funktionieren kann, zeigt aus Sicht der Grünen das Beispiel Göttingen. Dort organisiert und steuert die Stadt nach Angaben der Ratsfraktion seit fast 20 Jahren die Versorgung von mehr als 30 Schulen und 13 Kitas. An der Entwicklung des Modells war demnach auch die Hochschule Osnabrück beteiligt.
Strangmann und Bieritz sehen nun die Osnabrücker Verwaltung am Zug. Zeitdruck entstehe auch dadurch, dass im kommenden Jahr mehrere Verträge für die Verpflegung insbesondere von Ganztagsgrundschulen auslaufen. Werden diese erneut längerfristig an externe Caterer vergeben, könnte eine grundlegende Neuorganisation der Schulverpflegung für weitere Jahre erschwert werden.
„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. In Göttingen organisiert und steuert die Stadt seit fast 20 Jahren die Versorgung von über 30 Schulen und 13 Kitas aus einer Hand. An diesem Modell, das die Hochschule Osnabrück mitentwickelt hat, sollten wir uns orientieren. Was aber sind die Vorschläge der Verwaltung? Darauf warten wir. Und darauf, das Thema endlich in den Ausschüssen zu diskutieren. Weitere Verzögerungen können wir uns nicht leisten. Allein im nächsten Jahr laufen etliche Verträge vor allem für die Grundschulen im Ganztag aus, die dann wieder für einige Jahre an externe Caterer gebunden sein werden“, stellen Strangmann und Bieritz klar.
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