IWC-Konferenz in Hobart: Vorschlag verfehlt Dreiviertelmehrheit
Die Einrichtung eines Walschutzgebiets im Südatlantik ist bei der diesjährigen Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) im australischen Hobart erneut gescheitert. Der von Argentinien, Brasilien und Uruguay bereits Ende der 1990er Jahre eingebrachte Vorschlag verfehlte die erforderliche Dreiviertelmehrheit um vier Stimmen, wie Teilnehmer berichteten. Es wäre weltweit das dritte Schutzgebiet für Wale nach der Antarktis und dem Indischen Ozean gewesen. Deutschland stimmte für das Vorhaben, doch wichtige Unterstützer wie Finnland und Luxemburg seien nicht vor Ort gewesen, während die Gegner ihre Blockade aufrechterhielten, wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace mitteilte.
Japan formt Anti-Walfang-Allianz mit afrikanischen Staaten
Zu den Gegnern zählen laut Berichten unter anderem Norwegen, die Elfenbeinküste und mehrere Karibikstaaten. Nach ihrem Austritt aus der IWC 2019 habe Japan eine Allianz aus afrikanischen und karibischen Staaten geschmiedet, die nun die Interessen Tokios in der Kommission vertrete, so Greenpeace weiter. Matt Collis vom International Fund for Animal Welfare (IFAW) kritisierte, dass Walfangnationen und ihre Unterstützer den Vorschlag in einer Region blockierten, in der sie selbst keine Wale jagten. Seit über zwei Jahrzehnten stelle sich eine Minderheit gegen den Willen der Mehrheit der Anrainerstaaten.
Schweiz blockiert Delfin-Schutzresolution vor Abstimmung
Parallel zog die Schweiz eine eigene Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen zurück, noch bevor eine Arbeitsgruppe über Änderungen am Text verhandeln konnte. Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife bezeichnete dies als „schweren Schlag für den Artenschutz“, da die Resolution die erforderliche Mehrheit problemlos erreicht hätte. Greenpeace sprach von einem „völlig unverständlichen Schritt“. Über 100.000 Delfine und Kleinwale würden jährlich durch gezielte Jagd getötet, da das Moratorium für kommerziellen Walfang nur für Großwale gelte.
Island plant Ende des kommerziellen Walfangs
Die IWC, der 89 Staaten angehören, wurde 1946 gegründet, um den Walfang zu regulieren. Trotz des 1985/86 in Kraft getretenen weltweiten Moratoriums halten Norwegen, Island und Japan an der kommerziellen Jagd fest. Island hatte jedoch angekündigt, im kommenden Frühjahr einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den kommerziellen Walfang in isländischen Gewässern dauerhaft beenden könnte.