Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) warnt vor wachsenden wirtschaftlichen Risiken durch steigende Temperaturen und Wasserknappheit. Unternehmen, Banken und Versicherungen müssten Naturrisiken wie Dürren und sinkende Grundwasserspiegel stärker in den Blick nehmen, sagte Schneider. Besonders die Verfügbarkeit von Wasser könne über künftige Unternehmensansiedlungen entscheiden.
Hitze als Belastung für die Volkswirtschaft
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) betrachtet steigende Temperaturen als wirtschaftliches Risiko. „Die Hitze schadet unserer Volkswirtschaft enorm“, sagte Schneider dem „Handelsblatt“. Er sorgt sich insbesondere um die Verfügbarkeit von Wasser.
In Deutschland sei Wasser lange jederzeit in ausreichendem Maß vorhanden gewesen, man habe sich kaum Gedanken machen müssen. Das ändere sich, so der Minister.
Wasserknappheit als Standortfaktor
Dürren, sinkende Grundwasserspiegel und austrocknende Seen seien wirtschaftlich relevant. Sehr viele Unternehmen hingen von Wasserverfügbarkeit ab, sagte Schneider dem „Handelsblatt“. Nach seiner Einschätzung können sinkende Grundwasserspiegel Unternehmensansiedlungen künftig bremsen.
Das betreffe vor allem große Ansiedlungen mit hohem Wasserbedarf. Es gehe dabei aber nicht nur um die Frage, ob das Wasser für die nächsten zehn oder 20 Jahre für die Produktion reiche, sondern auch um die Akzeptanz. Wenn die Bevölkerung Wasserknappheit befürchte, wachse der Widerstand, sagte Schneider dem „Handelsblatt“.
Naturrisiken rücken in den Fokus von Finanzinstituten
Das Risikobewusstsein für das Thema sei in Unternehmen bislang eher in Ansätzen vorhanden. Zugleich sehe er, dass der Preis von Naturrisiken für Banken, auch für die Bundesbank und für Versicherungen immer relevanter werde. Die Vergabe von Krediten hänge zunehmend auch an solchen Faktoren, sagte Schneider dem „Handelsblatt“. Das setze dann Druck und Anreize, systematischer hinzuschauen.
