Die Memorial-Mitbegründerin Irina Scherbakowa hält die Antwort der Bundesregierung auf den russischen Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle für unzureichend. Die in Berlin lebende Menschenrechtlerin fordert umfassendere Schritte gegen hybride Bedrohungen.
Kritik an aktuellen Maßnahmen
Irina Scherbakowa, Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland": "Das, was die Bundesregierung verkündet hat, scheint mir in Anbetracht dessen, was Putin plant, zu wenig".
"Es klingt etwas hilflos. Ich glaube nicht, dass es in Moskau Beunruhigung erzeugt, wenn der russische Botschafter herbeizitiert und das Generalkonsulat in Bonn geschlossen wird. Und das Russische Haus gehört schon seit Langem geschlossen. Bei den Einreiseverschärfungen sollte man im Übrigen darauf achten, dass sie nicht die russischen Dissidenten treffen und die Bürokratie wachsen lassen. Ich hoffe, dass das nur der Anfang von Maßnahmen ist."
Forderung nach konsequenterem Vorgehen
Scherbakowa sagte weiter: "Attentate zu organisieren, hat in Russland Tradition. Was wir erleben, ist die Fortsetzung. Gegen diesen hybriden Krieg benötigt man ernsthafte Maßnahmen wie die Verstärkung der Sicherheitsbehörden und einen besseren Schutz der Infrastruktur. Dazu braucht die Regierung Spezialisten, Professionalität und Geld. Und sie braucht die Unterstützung der Bevölkerung."