Feuerpause während US-Gesandten-Besuch in der Ukraine
Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine dreitägige Aussetzung der Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew angeordnet. Wie der Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax mitteilte, beginne die Feuerpause in der Nacht zum Sonntag und stehe im Zusammenhang mit dem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Die Anordnung gelte explizit für Kiew und nicht für eine landesweite Waffenruhe oder die Einstellung der Kämpfe entlang der Front, wie die Berliner Zeitung berichtet. Laut Kyiv Independent soll die Pause bis einschließlich 8. September dauern.
US-Vermittler reisen nach Moskau und Kiew
Witkoff und Kushner trafen am Samstag in Moskau ein, um mit Putin über den Ukraine-Krieg zu verhandeln. Anschließend wollen sie nach Kiew weiterreisen und dort mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sprechen, wie Axios berichtet. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, man habe „eine Idee für den Frieden“, ohne jedoch Details zu nennen. Bisherige Vermittlungsversuche der US-Regierung hatten keine Einigung über ein Ende des russischen Angriffskriegs erbracht.
Ukraine setzt Luftangriffe für Gespräche aus
Selenskyj hatte zuvor angeboten, ukrainische Luftangriffe gegen Russland während der Reise der US-Vertreter auszusetzen. Russland müsse im Gegenzug während der Gespräche und der damit verbundenen Reisebewegungen ebenfalls auf Angriffe verzichten, erklärte er in seiner abendlichen Videoansprache. Nach Informationen der Ukrainska Pravda erhielten mehrere ukrainische Militäreinheiten zudem die Anweisung, vom 5. bis zum 8. September vorübergehend das Feuer an der Front einzustellen. Eine entsprechende Vereinbarung mit Russland bestand zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht.
Wie sich der Konflikt weiter zuspitzt
Noch in der Nacht vor Putins Anordnung hatte Russland nach ukrainischen Angaben Flughäfen in Kiew und im nahe gelegenen Boryspil angegriffen. Selenskyj warf Moskau vor, die Anlagen wegen der geplanten Reise der amerikanischen Gesandten gezielt ins Visier genommen zu haben.
