Der Bundesverband für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie warnt vor möglichen Einschnitten bei Pflegeleistungen für Kinder und Jugendliche mit ADHS. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ dringt der Verband auf eine verlässliche Einstufung junger Patientinnen und Patienten in Pflegegrade und verweist auf den besonderen Betreuungsaufwand. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte zuvor auf eine deutliche Zunahme von Pflegeeinstufungen auch bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS hingewiesen.
Verband warnt vor Kürzungen zulasten junger ADHS-Patienten
Der Bundesverband für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie richtet seine Kritik an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und warnt vor Einschnitten in der Pflege, die junge Menschen mit ADHS treffen könnten. Hintergrund sind Überlegungen zur Entwicklung der Pflegeeinstufungen, von denen auch Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung betroffen sind.
Der stellvertretende Vorsitzende des Verbands, Stephan Osten, sagte der „Rheinischen Post“, es gebe Bedarf bei der Einstufung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS in den Pflegegrad 1. Manche Patienten würden auch in den Pflegegrad 2, in seltenen Fällen sogar 3, eingeteilt. Osten verwies dabei auf einen erhöhten Betreuungsaufwand für Kinder und Jugendliche mit ADHS.
Mehrbedarf bei Betreuung und Bewegung
Nach den Worten von Stephan Osten brauchen Kinder und Jugendliche mit ADHS häufig zusätzliche Unterstützung im Alltag. Oft bräuchten sie auch mehr Bewegung – und Sportvereine kosteten Geld. Mehr Betreuungszeiten und Ausgaben für Sportangebote könnten zu finanziellen Verlusten führen, weshalb finanzielle Unterstützung für Familien durch einen Pflegegrad sinnvoll sei, so Osten weiter („Rheinische Post“).
Bundesgesundheitsministerin sieht starke Zunahme bei Pflegeeinstufungen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sagte der „Rheinischen Post“, dass immer mehr Menschen – auch Kinder und Jugendliche mit ADHS – als pflegebedürftig eingestuft würden. Es würden mittlerweile auch Personengruppen erfasst, von denen das „damals niemand gedacht“ habe, „etwa viele Kinder und Jugendliche mit ADHS“, so Warken.
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