Der Philosoph Peter Sloterdijk hat die AfD in einem Interview scharf kritisiert. Er sieht in der Partei ein „Sammelsurium ratloser Angeber“ und macht vor allem die Resignation von Wählern für deren Erfolg verantwortlich. Zudem wendet er sich gegen die von der AfD in Sachsen-Anhalt propagierte „illiberale Demokratie“.
Sloterdijk sieht keine Verbesserung durch AfD
Der Philosoph Peter Sloterdijk zweifelt daran, dass die AfD einen positiven Beitrag zur politischen Entwicklung leisten kann. „Kein vernünftiger Mensch erwarte `von diesem Sammelsurium ratloser Angeber auch nur die geringste Verbesserung`“, sagte Sloterdijk dem Nachrichtenmagazin Focus. Nach seiner Einschätzung rechnet er nicht damit, dass die Partei konkrete Lösungen anbieten kann.
Erfolg der AfD und Resignation der Wähler
Den Erfolg der AfD führt der 79-Jährige vor allem auf eine verbreitete Resignation unter den Wählern zurück. Wenn sich nichts mehr verbessere, so Sloterdijk, denke sich mancher: „Ich kann es ja auch einmal mit der AfD probieren.“ Die wachsende Zustimmung zur Partei erklärt er damit, dass Menschen aus Frust über ausbleibende Veränderungen alternative politische Angebote testen.
Kritik an „illiberaler Demokratie“
Sloterdijk tadelt auch die Pläne der AfD in Sachsen-Anhalt. Dort beruft sich die Partei ausdrücklich auf das Konzept der „illiberalen Demokratie“, das vom früheren ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán geprägt wurde. Man könne aus dem Wort „illiberal“ keinen Vorzug machen, so Sloterdijk. Er wirft den Befürwortern dieses Ansatzes vor: „Aber genau das versuchen die neuen Zyniker: Sie machen aus der Immoralität einen Standpunkt.“
