Eigentlich sollte der Rosenplatz längst wieder in seinen charakteristischen Rottönen erstrahlen. Doch die abschließende Spezialbeschichtung der im vergangenen Jahr erneuerten Fahrbahn lässt weiter auf sich warten. Nach Angaben der Stadt soll die Sanierung nun spätestens Ende September abgeschlossen sein. Schuld ist auch hier – wie an der Vehrter Landstraße – das Wetter: Mal war es zu nass, mal zu heiß.
„Nach jetzigem Stand sollen die Arbeiten am Rosenplatz bis spätestens Ende September abgeschlossen sein“, erklärte Stadtsprecher Constantin Binder auf Anfrage der HASEPOST. Die Maßnahme habe witterungsbedingt nicht innerhalb des ursprünglich vorgesehenen Zeitraums beendet werden können.
Rote Beschichtung verträgt weder Hitze noch Nässe
Das Problem ist die besondere Beschichtung, mit der die Fahrbahn wieder das aus dem ursprünglichen städtebaulichen Entwurf bekannte rote Erscheinungsbild erhalten soll. „Die Spezialbeschichtung in Rottönen lässt sich nur bei ganz bestimmten Bedingungen auftragen: Es darf weder zu heiß noch zu nass sein, sonst hält die Beschichtung nicht zuverlässig“, so Binder. Unglücklicherweise hätten sich während der geplanten Bauzeit genau diese beiden Wetterextreme abgewechselt.
Dabei war die zweite Bauphase ursprünglich bereits für den Frühsommer vorgesehen. Die eigentliche Fahrbahn war schon im November vergangenen Jahres erneuert und sogar drei Wochen früher als geplant wieder für den Verkehr freigegeben worden.
Rosenplatz, Innenstadt, Osnabrück / dl-de/by-2-0: Stadt Osnabrück, Fachdienst Geodaten
Allein die rote Farbe kostet rund 400.000 Euro
Die besondere rote Gestaltung hat allerdings ihren Preis: Wie HASEPOST bereits im Dezember berichtete, hatte die Stadt die Kosten allein für die rote Beschichtung mit rund 320.000 Euro netto angegeben. Einschließlich Preissteigerungen und Mehrwertsteuer sollen daraus ungefähr 400.000 Euro werden.
Auf die rote Gestaltung verzichten kann die Stadt nach eigener Darstellung nicht ohne Weiteres. Die Einfärbung war Bestandteil des Siegerentwurfs eines städtebaulichen Wettbewerbs aus dem Jahr 2005; die Architekten besitzen daran weiterhin Urheberrechte. Deshalb muss auch die erneuerte Fahrbahn optisch dem damaligen Entwurf entsprechen.
Rosenplatz beschäftigt die Stadt seit Jahren
Die Geschichte des Rosenplatzes ist inzwischen eine lange: Die 2012 abgeschlossene Neugestaltung kostete rund 3,5 Millionen Euro. Doch schon wenige Jahre später zeigten sich Schäden. 2023 war mehr als ein Viertel der Betonplatten beschädigt. Schließlich entschied sich die Stadt für eine vollständige Erneuerung der Fahrbahn.
Bröckelnder Rosenplatz im Jahr 2022. / Foto: Pohlmann
Für die aktuelle Sanierung liegen die Straßenbaukosten bei rund 1,7 Millionen Euro; das Land Niedersachsen beteiligt sich mit Fördermitteln von rund 700.000 Euro. Erst wenn nun auch die empfindliche rote Spezialbeschichtung hält, ist die Sanierung tatsächlich abgeschlossen – nach jetzigem Stand also spätestens Ende September.
Kommentare zu diesem Artikel:
- Der Rosenplatz mag zwar von den Anwohnern mit gestaltet worden sein, dennoch ist dieser Ort, zumindest für mich, ein überteuerter optischer Schandfleck. Passt also hervorragend zum maroden Osnabrück. Erschreckend wie verkommen unsere Stadt mittlerweile aussieht.
- Einfach nur noch hochgradig lächerlich, wie lange sich diese Baustelle inzwischen hinzieht. Und bei den Kosten fehlen mir mittlerweile wirklich die Worte. Während die Grünen aus meiner Sicht viel Geld für fragwürdige bzw. unnötige Projekte ausgeben, wird die Infrastruktur für den Individualverkehr immer schlechter offenbar nicht ganz ungewollt. Gleichzeitig verödet die Innenstadt zunehmend, und Arbeitsplätze sowie Kaufkraft wandern ab. Man kann über Verkehrspolitik sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Aber wenn eine Baustelle über Jahre läuft, die Kosten immer weiter steigen und gleichzeitig die Erreichbarkeit der Innenstadt immer schwieriger wird, sollte man sich schon fragen, ob hier noch die richtigen Prioritäten gesetzt werden.
- Der Rosenplatz mag zwar von den Anwohnern mit gestaltet worden sein, dennoch ist dieser Ort, zumindest für mich, ein überteuerter optischer Schandfleck. Passt also hervorragend zum maroden Osnabrück. Erschreckend wie verkommen unsere Stadt mittlerweile aussieht.
- Einfach nur noch hochgradig lächerlich, wie lange sich diese Baustelle inzwischen hinzieht. Und bei den Kosten fehlen mir mittlerweile wirklich die Worte. Während die Grünen aus meiner Sicht viel Geld für fragwürdige bzw. unnötige Projekte ausgeben, wird die Infrastruktur für den Individualverkehr immer schlechter offenbar nicht ganz ungewollt. Gleichzeitig verödet die Innenstadt zunehmend, und Arbeitsplätze sowie Kaufkraft wandern ab. Man kann über Verkehrspolitik sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Aber wenn eine Baustelle über Jahre läuft, die Kosten immer weiter steigen und gleichzeitig die Erreichbarkeit der Innenstadt immer schwieriger wird, sollte man sich schon fragen, ob hier noch die richtigen Prioritäten gesetzt werden.
Mehr Nachrichten aus der Region?
➡️ Alle aktuellen Artikel zu Osnabrück - Neustadt finden Sie hier.