Die Großbaustelle an der Vehrter Landstraße dauert noch etwas länger als zuletzt angekündigt, tatsächlich ist die beauftragte Baufirma bereits um Monate im Verzug. Wie die Stadt Osnabrück auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, soll die grundlegend erneuerte Straße nun aller Voraussicht nach Anfang Oktober fertig werden. Zuletzt war noch von einer Fertigstellung im September die Rede – ganz ursprünglich sollte auf der alten „Panzerstraße“ sogar schon im Juni 2026 wieder freie Fahrt herrschen.
„Die Vehrter Landstraße wird aller Voraussicht nach Anfang Oktober fertig. Das ist in der Tat später als zunächst geplant“, erklärte Stadtsprecher Simon Vonstein gegenüber unserer Redaktion. Als Grund nennt die Stadt vor allem das Wetter: „Hintergrund sind die für den Bau schlechten Witterungsbedingungen Anfang des Jahres.“
Im Frühjahr 2025 lag die Vehrter Landstraße noch voll im Zeitplan
Als die umfassende Sanierung im August 2024 begann, war für die gesamte Maßnahme eine Bauzeit von knapp zwei Jahren vorgesehen. HASEPOST berichtete damals über den Beginn der zweijährigen Vollsperrung.
Noch im April 2025 sah alles danach aus, als würde dieser Zeitplan halten. Damals konnte HASEPOST berichten, dass die Arbeiten voll im Zeitplan lagen. Als Fertigstellung wurde zu diesem Zeitpunkt ausdrücklich Juni 2026 genannt.
Auch der erste große Bauabschnitt verlief weitgehend nach Plan. Im September 2025 wurde der Abschnitt zwischen Bramscher Straße und der Kreuzung Im Haseesch/Am Vogelsang wieder freigegeben. Unmittelbar danach begann der zweite Bauabschnitt in Richtung Eissporthalle.
Schlechtes Wetter soll für Verzögerungen gesorgt haben
Im weiteren Verlauf geriet der Zeitplan allerdings ins Rutschen. Nach Angaben der Stadt waren dafür insbesondere die schlechten Witterungsbedingungen zu Beginn dieses Jahres verantwortlich.
Inzwischen nennt die Stadt auf ihrer Internetseite September 2026 als voraussichtliches Ende der Gesamtmaßnahme. Doch auch dieser Termin lässt sich offenbar nicht ganz halten: Nach der aktuellen Auskunft gegenüber HASEPOST wird nun mit einer Fertigstellung Anfang Oktober gerechnet.
Aus der alten „Panzerstraße“ wird eine komplett neue Straße
Mit dem Ende der Bauarbeiten verschwindet auch das letzte sichtbare Stück einer Straße, die vielen Osnabrückern über Jahrzehnte vor allem unter ihrem Spitznamen bekannt war: die „Panzerstraße“.
Diesen Namen verdankte die Vehrter Landstraße ihrer alten Fahrbahn aus massiven Betonplatten. Vor allem das markante Geräusch beim Überfahren der zahlreichen Fugen gehörte jahrzehntelang zu der Straße.
Im Herbst 2024 wurden die Betonplatten schließlich herausgerissen. HASEPOST berichtete damals über den Abriss der alten „Panzerstraße“. Die ausgebauten Platten wurden zum Limberg transportiert, dort gebrochen und anschließend als Recyclingmaterial wiederverwendet.
Ganz verschwunden ist die alte Betonstraße damit also nicht: Teile der früheren „Panzerplatten“ liegen heute zerkleinert als Frostschutz- und Tragschicht unter der neuen Fahrbahn.
Neue Fahrbahn, Radwege, Gehwege und Kanalisation
Bei der seit August 2024 laufenden Maßnahme wird die Vehrter Landstraße nicht nur neu asphaltiert, sondern grundlegend umgebaut. Die Fahrbahn erhält eine Breite von 6,50 Metern. Auf beiden Seiten entstehen jeweils zwei Meter breite Radwege sowie 2,50 Meter breite Gehwege. Gleichzeitig baut die SWO Netz ein neues Regenwasserkanalsystem, erneuert Stromleitungen und die Straßenbeleuchtung. Zu den aufwendigsten Arbeiten gehörte gleich zu Beginn der Neubau der Brücke über die Nette. Für den Abriss der alten Brücke mussten rund 360 Tonnen Beton entfernt werden.
Wenn der jetzt von der Stadt genannte Zeitplan hält, soll die erneuerte Vehrter Landstraße Anfang Oktober nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit vollständig fertig sein.
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