KI-Kameras, Drohnenabwehr und mehr Polizei sollen die Wiesn sicherer machen.
Kurz vor dem Start des 191. Münchner Oktoberfests haben die Verantwortlichen das Sicherheitskonzept deutlich verschärft. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, setzen Polizei und Stadt auf 600 Einsatzkräfte sowie 56 Videokameras, um das Festgelände zu überwachen. Eine neue Spezialeinheit mit Störsendern soll zudem Drohnen in einem Radius von 5,6 Kilometern um die Theresienwiese abwehren. Die Messerverbotszone wurde auf den mittleren Sperrring erweitert, um Bedrohungen an den Eingängen zu verhindern. Polizeivizepräsident Christian Huber betonte, dass trotz aller Maßnahmen ein Restrisiko bestehe, da die Gefährdungslage abstrakt bleibe. Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge gebe es derzeit nicht, so Huber auf einer Pressekonferenz mit Hanna Sammüller, Chefin des Kreisverwaltungsreferats (KVR).
KI-Kameras sollen Wiesn-Überfüllung verhindern
Die Zeit und der Merkur ergänzen, dass mehr als 50 KI-gestützte Kameras an rund 35 Standorten gefährliche Menschenansammlungen frühzeitig erkennen sollen. Als „Herzstück“ des neuen Konzepts gilt eine Koordinierungsstelle, von der aus Besucherströme gesteuert werden. Ein Crowdspotter soll an besucherstarken Tagen Durchsagen machen, um die Gäste zu lenken. Im vergangenen Jahr war es am zweiten Wiesn-Samstag zu einer gefährlichen Überfüllung gekommen, die nur knapp eine Katastrophe verhinderte. Die Überfüllungssituation sei damals zu spät erkannt worden, erklärte Wiesnchef Christian Scharpf.
Internationale Einsatzkräfte verstärken Wiesn-Sicherheit
Zusätzlich zu den polizeilichen Videokameras tragen Beamte Bodycams, wie die Rheinpfalz berichtet. Die Stadt setzt auf internationale Unterstützung: Neben der Bayerischen Bereitschaftspolizei und spezialisierten Taschendieb-Fahndern sind Einsatzkräfte aus acht Ländern im Einsatz. Rund 240 Beschäftigte des KVR und 1200 bis 1600 Ordner kontrollieren die Eingänge, unter anderem mit Metalldetektoren. Gefährliche Gegenstände wie Messer oder Schraubenzieher sind nicht nur auf dem Festgelände, sondern auch im mittleren Sperrring verboten.
Behörden prüfen die nächsten Schritte
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann versprach trotz abstrakter Gefahren „bestmögliche Sicherheit“ für die Besucher. Drohnenflüge sind seit Jahren rund um das Festgelände verboten, doch nach jüngsten Vorfällen in Leipzig sei man nun besser vorbereitet, so Huber. Unterstützung kommt vom neuen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum der bayerischen Polizei.
Wiesn-Kampagne lenkt Besucherströme um
Um den Andrang zu entzerren, wirbt die Stadt mit einer Kampagne dafür, dass internationale Gäste auch unter der Woche oder zu unterschiedlichen Zeiten auf die Wiesn kommen. Zudem darf die Blasmusik in den Zelten eine Stunde früher beginnen, um den Besuch unter der Woche attraktiver zu gestalten. Die „SafeNow“-App ermöglicht es Besuchern, bei Notfällen oder Belästigungen per Knopfdruck Sicherheitspersonal zu alarmieren.