Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat seine Klage gegen die Aberkennung des Doktortitels durch die TU Chemnitz zurückgezogen. Er will sich nun auf seine Aufgaben als Regierungschef konzentrieren. Die Universität hatte den Titel im Januar wegen Plagiatsvorwürfen entzogen.
Rückzug nach monatelangem Druck
Voigt teilte den Schritt am Mittwoch mit. Seit Monaten steht der CDU-Politiker wegen der Plagiatsaffäre unter Druck. Zwei von der AfD-Fraktion beantragte Misstrauensvoten im Thüringer Landtag scheiterten bereits.
Die TU Chemnitz hatte Voigt den Titel im Januar aberkannt, weil ihm in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 unsaubere Arbeit vorgeworfen wurde. Ein Widerspruch gegen die Aberkennung war im Juli abgelehnt worden.
Begründung und politischer Kontext
Voigt begründete seinen Verzicht auf den Rechtsstreit damit, dass seine Energie und Aufmerksamkeit den Bürgern Thüringens gelten sollten. Ein Plagiatsjäger hatte die Vorwürfe im Sommer 2024 erhoben, als Voigt noch Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl war.
Seine Dissertation behandelte Präsidentschaftswahlkämpfe in den USA. Aktuell führt Voigt in Thüringen eine Minderheitsregierung aus CDU, SPD und der Nachfolgepartei der BSW-Abtrünnigen "Thüringen Gerecht„. Die BSW war kürzlich im Streit um die Regierungsbeteiligung zerfallen.