Der Grünen-Außenpolitiker und Vizepräsident des Bundestages, Omid Nouripour, warnt angesichts des geplanten Abkommens zwischen den USA und dem Iran davor, die Lage im Land zu verklären. Wirtschaftsvertreter sehen in der Vereinbarung dagegen vor allem Chancen für eine Entspannung im Nahen Osten und die Stabilisierung globaler Lieferketten.
Warnung vor Ausblenden der Menschenrechtslage
Grünen-Außenpolitiker und Vizepräsident des Bundestages Omid Nouripour mahnt, die Missstände im Iran trotz der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran nicht aus dem Blick zu verlieren. „Die Welt sehnt sich nach einem Ende des Krieges und der Öffnung der Straße von Hormus. Noch sind die wesentlichen Details der Vereinbarung unklar“, sagte Nouripour der „Rheinischen Post“. Klar sei aber schon heute: Ein Abkommen beseitige weder die katastrophale Menschenrechtslage im Iran noch die regionale Aggression des Regimes. Wer nur über Uran spreche und über die Menschen schweige, wiederhole die Fehler der Vergangenheit, warnte Nouripour laut „Rheinischer Post“.
Wirtschaft hofft auf Entspannung und stabile Lieferketten
Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, äußerte sich unterdessen optimistisch über den Deal. „Die aktuellen Meldungen geben großen Anlass zur Hoffnung, dass sich der Konflikt im Nahen Osten bald legt. Besonders die geplante Öffnung der Straße von Hormus begrüßen wir, da damit wichtige Lieferketten für Rohstoffe und Vorprodukte wieder in Gang kommen können“, sagte Jandura der „Rheinischen Post“.
Öffnung der Straße von Hormus im Fokus
Zugleich verwies Jandura auf absehbare Verzögerungen bei der Normalisierung der Lage. „Bis sich die Auswirkungen jedoch vollständig normalisieren, wird es noch einige Zeit dauern: Beschädigte Infrastruktur muss repariert, Produktionskapazitäten wieder hochgefahren und unterbrochene Transportketten neu aufgebaut werden“, warnte Jandura in der „Rheinischen Post“. „Positiv ist, dass die Märkte bereits reagieren und die Ölpreise nachgeben – das entlastet Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen. Entscheidend wird nun sein, dass aus der politischen Absichtserklärung ein dauerhaft tragfähiges Friedensabkommen wird“, so der BGA-Präsident laut „Rheinischer Post“.
Nach derzeitigem Stand soll das Abkommen zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Krieges am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden.
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