Der Dax hat am Dienstag nach einem zunächst freundlichen Start ins Minus gedreht und den Handelstag mit einem Verlust von 0,6 Prozent beendet. Parallel dazu legten Gas- und Ölpreise zu, während der Euro gegenüber dem US-Dollar schwächer notierte. Marktbeobachter verweisen auf wachsende Nervosität an den Börsen im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
Dax schließt im Minus nach volatilem Handel
Am Dienstag wurde der Dax zum Xetra-Handelsschluss mit 24.271 Punkten berechnet, ein Minus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start hielt sich der Leitindex zunächst im Plus, drehte dann aber am Nachmittag ins Minus.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, beobachtet aktuell eine wachsende Unruhe an den Finanzmärkten. „Zwar gehen auch die Anleger in Frankfurt weiterhin von einer Einigung zwischen den USA und dem Iran und einem nachhaltigen Waffenstillstand aus. Doch die Zeit wird immer knapper, um die komplexe Materie auch wegen der personell verworrenen Situation in der iranischen Führung durchdringen zu können“, erklärte er laut CMC Markets.
Weiter sagte Lipkow mit Blick auf das laufende Ultimatum: „Den USA bleibt gute 30 Stunden vor Ablauf des Ultimatums damit gar nichts anderes übrig als die Androhung einer weiteren militärischen Eskalation, um die richtigen Personen an den Verhandlungstisch zu holen und ihre Forderungen durchzusetzen. Doch genau das macht die Börse nervös.“
Selektive Käufe und schwache Konsumwerte
Als Folge dieser Unsicherheit sieht Lipkow laut CMC Markets ein rückläufiges Handelsvolumen und lediglich selektive Käufe in technologielastigen Branchen und Unternehmen. „Auch defensive Sektoren wie Energie und Versicherungen standen heute im Dax auf der Kaufliste. Nicht gefragt waren die Aktien von Beiersdorf, nach eher mauen Quartalzahlen“, erklärte der Analyst.
Zu den Konsumwerten sagte Lipkow weiter: „Es zeigen sich eindeutig erkennbare Abkühlungstendenzen im Konsumverhalten. Bereits bei anderen Konsumartikelkonzernen war erkennbar, dass die Nachfrage nach Markenprodukten stark rückläufig und damit ein Opfer der Inflation geworden ist.“
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Scout 24 und RWE an der Spitze der Kursliste in Frankfurt. Am Tabellenende fanden sich die Aktien von Airbus und MTU.
Steigende Energiepreise und schwächerer Euro
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Mai kostete 42 Euro und damit fünf Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Auch der Ölpreis zog an: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 97,37 US-Dollar, das waren 2,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1748 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8512 Euro zu haben.
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