Das katholische Hilfswerk Misereor hat die Bundesregierung aufgefordert, ihre Bemühungen für Frieden und diplomatische Konfliktlösungen deutlich zu verstärken. Angesichts der weltweiten Folgen aktueller Kriege und Krisen warnt die Organisation vor wachsendem Hunger und kritisiert Kürzungen im Entwicklungsetat bei steigenden Militärausgaben.
Misereor warnt vor dramatischen Folgen von Kriegen
Bei der Vorstellung des Jahresberichts des Hilfswerks mahnte Andreas Frick
Frick warnte davor, wirtschaftliche Interessen höher zu gewichten als Druck auf Konfliktparteien. Wirtschaftliche Interessen dürften nicht dazu führen, dass Druck auf verantwortliche Akteure zurückgehalten werde, betonte er nach Angaben von Misereor.
Kritik an Kürzungen im Entwicklungsetat
Der Misereor-Hauptgeschäftsführer kritisierte insbesondere eine aus seiner Sicht einseitige Prioritätensetzung in der Politik. Frick bemängelte die „einseitige Fokussierung auf Militärausgaben bei gleichzeitigen Kürzungen im Entwicklungsetat“. Frieden entstehe nicht allein durch militärische Abschreckung, sondern dort, wo Menschen Perspektiven hätten und Hunger bekämpft werde, stellte er klar.
Mit Blick auf die aktuellen Haushaltsplanungen sagte Frick wörtlich: „Wer hier kürzt, spart nicht an Nebensächlichkeiten.“ Und weiter: „Er untergräbt genau jene Grundlagen, die langfristig Sicherheit ermöglichen. Das ist strategisch kurzsichtig“. Beide Zitate gingen aus der von Misereor verbreiteten Erklärung hervor.
Jahresbilanz und globale Projektarbeit
In seiner Jahresbilanz wies das Hilfswerk nach eigenen Angaben aus, dass Misereor 2025 insgesamt rund 234 Millionen Euro zur Verfügung standen. Darunter befanden sich auch Gelder aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Aktuell unterstützt Misereor nach eigenen Angaben weltweit mehr als 1.600 Partnerorganisationen in über 80 Ländern. Die Projektarbeit konzentriert sich nach Darstellung des Hilfswerks darauf, Hunger zu bekämpfen und Lebensperspektiven in Krisenregionen zu schaffen, um damit auch einen Beitrag zu nachhaltigem Frieden zu leisten.
