Der Flugzeugbauer Airbus verhandelt nach Informationen aus Industriekreisen mit der Bundeswehr über den Kauf weiterer Militärtransporter vom Typ A400M. Im Gespräch ist eine Bestellung von 15 bis 20 Maschinen, die neben Transportaufgaben auch für neue militärische Rollen vorbereitet werden könnten. Finanziellen Spielraum dafür schuf der Haushaltsausschuss des Bundestages mit deutlich erhöhten Verpflichtungsermächtigungen bis 2032. Offiziell gilt der Bedarf der Luftwaffe zwar als gedeckt, tatsächlich geht es aber um den Austausch älterer Flugzeuge durch fabrikneue.
Gespräche über bis zu 20 neue Transportflugzeuge
Dem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge, der sich auf Informationen aus Industriekreisen stützt, laufen derzeit Gespräche über den Kauf von 15 bis 20 neuen A400M-Militärtransportern. Die Turboprop-Flugzeuge könnten demnach in der Bundeswehr neue Aufgaben übernehmen. Im Gespräch ist unter anderem, die Maschine zu einem Träger von Drohnen oder Marschflugkörpern zu entwickeln. „Damit könnte die A400M künftig eine wichtige Rolle in der Abschreckung spielen“, heißt es in Industriekreisen.
Milliardenrahmen für mögliche Beschaffung
Das erforderliche Budget für einen möglichen Kauf steht nach Angaben des „Handelsblatts“ bereit. Anfang Juli genehmigte der Haushaltsausschuss des Bundestages Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 3,59 Milliarden Euro bis zum Jahr 2032. Bislang lag der Rahmen bei gut 1,4 Milliarden. Airbus Defence and Space kommentiert die Gespräche auf Anfrage der Zeitung nicht, auch das Verteidigungsministerium hält sich laut „Handelsblatt“ bedeckt. In Verhandlungskreisen verweist man auf weitere Gespräche in der zweiten Jahreshälfte, wie die Zeitung weiter berichtet.
Austausch statt Aufstockung der Flotte
Offiziell hat die Luftwaffe ihren Bedarf gedeckt: Im April erhielt die Truppe die letzte ihrer 53 bestellten A400M. Damit ist Deutschland bereits jetzt mit Abstand der größte A400M-Betreiber. Von dem Transporter wurden insgesamt 138 Exemplare gebaut, vor allem für europäische Staaten. Tatsächlich beabsichtigt die Bundeswehr nach den Angaben im „Handelsblatt“ nicht, ihre Flotte aufzustocken, sondern ältere Maschinen gegen fabrikneue auszutauschen.
