Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht nach eigenen Worten nicht von einem baldigen Ende des Iran-Krieges aus. In internen Beratungen der Unionsfraktion warnte er vor überzogenen Erwartungen an eine schnelle Beendigung der Kämpfe und stellte sich auf schwierige Gespräche mit US-Präsident Donald Trump ein. Zugleich betonte er die enge Abstimmung mit Frankreich und Großbritannien zur möglichen Sicherung der Straße von Hormus.
Merz dämpft Hoffnungen auf rasches Kriegsende
In der Sitzung der Unionsfraktion machte Friedrich Merz nach Informationen der „Rheinischen Post“ deutlich, dass er derzeit keine Aussicht auf eine schnelle Beendigung des Iran-Krieges sieht. Demnach sagte der Bundeskanzler, der Krieg sei nicht vorbei. „Anders als Präsident Trump sich das vorgestellt hat. Unsere Einschätzung ist, dass es auch nicht so schnell gehen wird“, zitierte die Zeitung den Kanzler.
Mit Blick auf den Nato-Gipfel Anfang Juli in Ankara stellte Merz sich laut „Rheinische Post“ auf schwierige Gespräche mit den USA ein.
Nato-Gipfel in Ankara und Verhältnis zu Trump
Laut Teilnehmerangaben sagte Merz wörtlich mit Blick auf das Treffen der Bündnispartner: „Mal sehen, ob es bis dahin eine Perspektive gibt. Wenn nicht, werden wir einen wahrscheinlich sehr unleidlichen Präsidenten Trump am Tisch sitzen sehen.“ Wie die „Rheinische Post“ weiter berichtet, fügte der Kanzler hinzu, man versuche trotzdem, mit dem US-Präsidenten alle möglichen Gespräche zu führen und auch Angebote zu machen.
Planungen zur Sicherung der Straße von Hormus
Zugleich verwies Merz nach Angaben der „Rheinischen Post“ auf „Vorbereitungsentscheidungen“ mit Frankreich und Großbritannien, die Straße von Hormus notfalls auch militärisch zu sichern. Wörtlich sagte der Kanzler demnach: „Aber das setzt voraus, dass es dort einen Waffenstillstand gibt und dass es dort ein Ende der Kampfhandlung gibt. Sonst können wir das nicht machen. Ich will aber einfach nur darauf hinweisen, wir sind auch in dieser Frage sehr eng abgestimmt.“
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