Die von einigen Bundesländern beschlossenen Lockerungen des Sonntagsfahrverbots für Lkw werden die Folgen des Niedrigwassers am Rhein kaum lindern. Das sagt Ökonom Thomas Puls vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Binnenschiffe ersetzen viele Lkw
Ein Binnenschiff kann je nach Größe bis zu 150 Lkw ersetzen, große Schubverbände sogar noch mehr. Zudem lassen sich Güter wie Mineralölprodukte, Sand, Kies, Erz oder Chemikalien nicht mit jedem Lkw transportieren. "Mit einer messbaren Verlagerung auf die Straße rechne ich nicht", sagte Puls dem "Spiegel".
"Dafür benötigen Sie Spezial-Lkw wie Tanklastwagen oder Muldenkipper. Das sind genau die Fahrzeuge, die bei gewerblichen Transportfirmen ohnehin selten sind", erklärte der Ökonom. Hinzu kommt ein Mangel an Lkw-Fahrern: Branchenverbände schätzen, dass in Deutschland bereits 100.000 Fahrer fehlen. Auch Anbieter aus dem europäischen Ausland können die Lücke nicht schließen. "Was an ausländischen Lkw bei uns fährt, sind vor allem Standard-Trailer für Container und Paletten, das hilft nur bedingt", so Puls.
Die vom ADAC geäußerte Befürchtung, die Lockerungen könnten zu zusätzlichen Staus führen, hält Puls für unbegründet. "Für vermehrte Staus sorgt der Reiseverkehr im Sommer eigentlich schon alleine."