Deutschland führt bei der Wechselbereitschaft zu E-Autos international.
Das Interesse an Elektroautos in Deutschland wächst spürbar. Laut einer aktuellen Studie des Kartendienstes Here und des Marktforschungsunternehmens SBD Automotive planen 27 Prozent der Besitzer von Benzin- oder Dieselfahrzeugen hierzulande, als nächstes ein reines Elektroauto zu kaufen oder zu leasen. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich an der Spitze, wie die Süddeutsche Zeitung und heise.de berichten. Großbritannien folgt mit 18 Prozent, Frankreich mit 15 Prozent, während in den USA und Italien nur jeweils 11 Prozent der Befragten einen direkten Umstieg in Betracht ziehen. In den USA dominiert mit 46 Prozent weiterhin der Verbrenner, wie investing.com ergänzend mitteilt.
Wirtschaftliche Vorteile treiben E-Auto-Wechsel
Ausschlaggebend für die hohe Wechselbereitschaft in Deutschland sind vor allem wirtschaftliche Faktoren. So nennen 41 Prozent der Befragten niedrigere Betriebskosten als Hauptgrund, gefolgt von einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis (38 Prozent) und steuerlichen Anreizen (36 Prozent). Umweltaspekte rangieren mit 37 Prozent erst an vierter Stelle, wie investing.com und heise.de übereinstimmend darlegen. Die Bundesregierung unterstützt den Umstieg mit Förderprogrammen: Seit Anfang des Jahres gibt es für Privatpersonen einen direkten Zuschuss von bis zu 6.000 Euro für die Anschaffung eines reinen Elektroautos, wie die Süddeutsche Zeitung und kfz-betrieb.vogel.de berichten. Zudem profitieren E-Auto-Besitzer von steuerlichen Vergünstigungen, etwa der Kfz-Steuerbefreiung oder reduzierten Dienstwagenbesteuerung.
Deutschland hinkt bei Ladeinfrastruktur hinterher
Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit tragen ebenfalls zur wachsenden Akzeptanz bei. Deutschland verfügt über das größte Schnellladenetz in Europa mit mehr als 210.000 öffentlichen Ladestationen und über 55.000 Schnellladepunkten, wie heise.de und kfz-betrieb.vogel.de betonen. Die gesamte installierte Ladeleistung übertrifft die Frankreichs um 48 Prozent. Dennoch gibt es noch Herausforderungen: Mit rund 0,34 Ladepunkten pro Straßenkilometer liegt Deutschland deutlich hinter den Niederlanden, die auf fast 1,6 Stationen je Kilometer kommen. Zudem teilen sich hierzulande rechnerisch etwa zehn E-Autos einen öffentlichen Ladepunkt, während es in den Niederlanden nur drei sind.
Massenmarkt für E-Autos rückt näher
Trotz dieser Defizite stufen die Studienautoren Deutschland als „marktbereit für den Massenwechsel“ ein. Die Bedenken bezüglich der Infrastruktur gehen im Vergleich zum Vorjahr spürbar zurück, wie investing.com und heise.de übereinstimmend festhalten. Ob sich die hohe Kaufabsicht in konkreten Zulassungszahlen niederschlägt, hängt laut der Studie nun vor allem davon ab, ob die Autohersteller bezahlbare Modelle anbieten und der Ladevorgang im Alltag verlässlich und unkompliziert bleibt.