Am 8. Juli beteiligt sich die Friedensstadt Osnabrück am weltweiten Flaggentag der „Mayors for Peace“. Gemeinsam mit Hunderten Kommunen setzt die Stadt damit ein Zeichen für nukleare Abrüstung und gegen Atomwaffen.
Angriff mit Atomwaffen vor 80 Jahren in Japan
Vor 80 Jahren, am 6. und 9. August 1945, wurden die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch Atombomben zerstört. Mehr als 250.000 Menschen starben unmittelbar oder an den Langzeitfolgen der Angriffe. Bis heute warnen Überlebende vor den Folgen eines Einsatzes von Nuklearwaffen.
Ob Pötter findet klare Worte
Auch Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter betont die Bedeutung des Gedenkens und der Abrüstungsbemühungen. Zwar seien viele Staaten und insbesondere Europa derzeit mit neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen konfrontiert, dennoch brauche es weiterhin ernsthafte nukleare Abrüstungsbemühungen.
„Gerade die Kommunen wären von den Folgen eines Atomschlages besonders betroffen. Das haben die verheerenden Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki gezeigt. Den Opfern und Überlebenden dieser Städte sind wir in besonderer Weise verpflichtet, uns für nukleare Abrüstung einzusetzen“, so Pötter.
Neun Atommächte haben geschätzt 12.187 Atomsprengköpfe
Gleichzeitig gewinnen Atomwaffen in der internationalen Sicherheitspolitik wieder an Bedeutung. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI verfügen die neun Atommächte weltweit weiterhin über 12.187 Atomsprengköpfe. Das Institut warnt zudem vor einem neuen Wettrüsten.
Initiative Mayors for Peace setzt in 166 Ländern ein Zeichen
Mit dem Hissen der „Mayors for Peace“-Flagge vor den Rathäusern wollen die Mitgliedsstädte diesem Trend am 8. Juli ein sichtbares Zeichen entgegensetzen. Die Organisation wurde 1982 vom Bürgermeister von Hiroshima gegründet und setzt sich weltweit vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein. Dem Netzwerk gehören inzwischen 8.579 Städte in 166 Ländern an. Osnabrück ist seit 2004 Mitglied, gemeinsam mit mittlerweile 931 weiteren Städten in Deutschland.
Der Flaggentag erinnert außerdem an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag. Dieser stellte am 8. Juli 1996 fest, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich gegen das Völkerrecht verstoßen. Zugleich bekräftigte das Gericht die Pflicht, Verhandlungen zu führen, die zu nuklearer Abrüstung und wirksamer internationaler Kontrolle führen.
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