Ende 2025 haben in Deutschland rund 757.000 Menschen an Long Covid gelitten, zusätzlich waren knapp 657.000 Personen von ME/CFS betroffen. Ein aktueller Bericht von Forschern in Deutschland und Australien, der ME/CFS Research Foundation und dem Unternehmen Risklayer, über den der „Spiegel“ berichtet, beziffert die gesellschaftlichen Kosten beider Erkrankungen für das Jahr 2025 auf rund 64,4 Milliarden Euro. Die Verfasser warnen, dass sich die Lage ohne gezielte Investitionen weiter verschärfen könnte.
Milliardenkosten durch Long Covid und ME/CFS
Laut dem Bericht litten Ende 2025 in Deutschland rund 757.000 Menschen an Long Covid. Hinzu kamen knapp 657.000 an ME/CFS Erkrankte. Dieses schwere chronische Leiden entsteht den Angaben zufolge meist infolge einer Virusinfektion und trifft einen Teil der zunächst an Long Covid Erkrankten.
Forscher in Deutschland und Australien, die ME/CFS Research Foundation und das Unternehmen Risklayer haben den Bericht erstellt, über den der „Spiegel“ berichtet. Demnach betrugen die gesellschaftlichen Kosten, die beide Krankheiten zusammen im Jahr 2025 verursachten, rund 64,4 Milliarden Euro.
Anstieg der Belastungen seit 2020
Das Team hatte zuvor bereits Zahlen für die Jahre 2020 bis 2024 vorgelegt. 2025 sind demnach die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,3 Milliarden Euro gestiegen. „Von allein wird dieses Problem nicht verschwinden“, sagte Jörg Heydecke von der ME/CFS Research Foundation.
ME/CFS führt laut Bericht oft dazu, dass Erwachsene ihren Beruf nicht mehr ausüben können und Kinder nicht mehr in der Lage sind, die Schule zu besuchen. Bei einem schweren Krankheitsverlauf sind Betroffene bettlägerig, zum Teil sind sie nicht mehr in der Lage, zu sprechen oder selbstständig zu essen, sie sind extrem empfindlich gegenüber sämtlichen Reizen, darunter Licht und Geräusche.
Politische Initiativen und Forderungen der Forschung
Mitte November 2025 hatte das Bundesforschungsministerium die „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ ausgerufen. Mit 500 Millionen Euro will es in der Zeit von 2026 bis 2035 die Erforschung solcher Krankheiten und möglicher Therapien fördern.
Heydecke wünscht sich mehr Bewusstsein für die Dringlichkeit. „Biomedizinische Forschung inklusive der Entwicklung von Medikamenten und Therapien ist der einzige Weg aus dieser Krise, sowohl gesellschaftlich als auch für alle Betroffenen“, sagte er der ME/CFS Research Foundation zufolge. „Je weniger und je später wir investieren, desto länger wird es dauern – und desto mehr wird es kosten.“
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