SPD-Politiker Karl Lauterbach wirbt für eine grundlegende Reform der Altersvorsorge. Das aktuelle Umlagesystem benachteilige Geringverdiener, warnt er. Zudem drohten künftig höhere Abschläge für Frührentner.
Kritik am Umlagesystem
"Die Rente nach einer gewissen Anzahl von Beitragsjahren auszuzahlen, wie es etwa der Ökonom Jens Südekum vorgeschlagen hat, wäre deutlich gerechter gewesen“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Das derzeitige Umlagesystem benachteilige laut dem Politiker Geringverdiener massiv. Ärmere Menschen mit einer geringeren Lebenserwartung subventionierten demnach die längeren Rentenlaufzeiten wohlhabenderer Beitragszahler.
Lauterbach prognostizierte einen drastischen Anstieg der finanziellen Einbußen für künftige Frührentner. "Für jedes Jahr, das man früher in Rente geht, werden im Moment 3,6 Prozent Abschläge fällig. In Zukunft werden es eher fünf Prozent sein", erklärte er.
Wer bei einem regulären Eintrittsalter von 67 Jahren bereits mit 65 in den Ruhestand gehen wolle, müsse künftig auf zehn Prozent seiner Rente verzichten, rechnete er vor.
Lauterbach warnte zugleich davor, als Ausgleich für die Aktienrente bei ohnehin benachteiligten Menschen durch eine Streichung der "Rente mit 63" zu sparen. Man dürfe diese Beitragserhöhungen nicht ausgleichen, indem man bei Menschen spare, die ohnehin benachteiligt seien.
Genau das wäre der Fall, wenn man zur Finanzierung der Aktienrente die "Rente mit 63" streiche.