Die Inflation in Deutschland ist im Juli sprunghaft angestiegen.
Leichtes Heizöl kostete sogar 34,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Ende des staatlichen Tankrabatts am 30. Juni sowie der anhaltende Nahostkonflikt, der die Ölpreise an den Weltmärkten hochtreibt, gelten als zentrale Gründe für den Anstieg. Die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, betonte, dass Energiepreise weiterhin überdurchschnittlich stiegen und zentraler Preistreiber blieben.
Iran-Krieg und Rhein-Niedrigwasser treiben Preise
Die Süddeutsche Zeitung ergänzt, dass der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus die Rohstoffversorgung zusätzlich belasten. Gleichzeitig dämpften weitgehend stabile Nahrungsmittelpreise die Inflation leicht. Während Butter und Molkereiprodukte günstiger wurden, stiegen die Preise für Fleisch, Zucker und Süßwaren. Dienstleistungen wie Pauschalreisen oder Fahrzeugreparaturen verteuerten sich überdurchschnittlich um 2,9 Prozent. Ökonomen warnen zudem vor weiteren Inflationsrisiken durch das anhaltende Niedrigwasser am Rhein.
Logistik-Krise lässt Inflation weiter steigen
Felix Schmidt von der Berenberg Bank schätzt, dass die Teuerungsrate dadurch temporär um bis zu einem halben Prozentpunkt steigen könnte. Der ADAC erklärt, dass die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und Vorprodukten durch die niedrigen Wasserstände deutlich ansteigen. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht zusätzlich Druck durch ausgefallene Raffinerien in den Golfstaaten und Russland, die die Preise für Ölprodukte wie Diesel bereits hochgetrieben haben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins zuletzt unverändert gelassen, doch Experten wie Silke Tober vom IMK der Hans-Böckler-Stiftung betonen, dass Zinserhöhungen ein stumpfes Instrument gegen solche Preisschocks seien.