Hamburgs Bürger lehnen Olympia-Bewerbung ab. Bürgermeister bedauert Entscheidung.
Die Bürger Hamburgs haben sich in einem Referendum gegen eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele entschieden. Dies ist das zweite Mal nach 2015, dass die Hansestadt eine solche Chance nicht wahrnimmt. Mit 54,9 Prozent der Stimmen votierten die Hamburger gegen die Pläne des Senats, wie der NDR berichtet. Damit scheidet Hamburg aus dem Rennen um die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 aus. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bedauerte das Ergebnis und zog die Bewerbung der Stadt offiziell zurück. Er betonte jedoch, dass das Votum für den Senat verbindlich sei und akzeptiert werden müsse.
Hamburger sagen Olympia-Bewerbung erneut Nein
Tschentscher hatte sich intensiv für ein ‚Ja‘ eingesetzt und auf das nachhaltige Konzept mit kurzen Wegen verwiesen. Dennoch entschieden sich die Hamburger erneut gegen die Olympia-Pläne ihrer Stadt. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent, wobei in keinem der sieben Bezirke der Stadt eine Mehrheit für die Befürworter zustande kam. Das Ergebnis fiel damit noch deutlicher aus als 2015, als sich 51,6 Prozent gegen eine Bewerbung aussprachen. Die Gegner der Olympia-Bewerbung feierten den Ausgang des Referendums als Erfolg. Eckart Maudrich von der Initiative ‚NOlympia‘ sagte, die Hamburger hätten sich nicht von einer teuren Werbekampagne blenden lassen.
Wirtschaft warnt vor Olympia-Verlust für Hamburg
Die Handelskammer Hamburg zeigte sich enttäuscht und befürchtet nun Einbußen bei wichtigen Infrastrukturprojekten. Norbert Aust, Präses der Handelskammer, betonte, dass Olympische Spiele große Chancen für Hamburgs internationale Sichtbarkeit und wirtschaftliche Entwicklung geboten hätten. Auch die politische Opposition in Hamburg äußerte sich zum Ergebnis. Heike Sudmann von der Linken forderte Konsequenzen von den Senatsmitgliedern und sprach von einem Armutszeugnis für den Senat. Die CDU zeigte sich enttäuscht über das Nein der Hamburger. Dennis Thering, CDU-Landes- und Fraktionschef, sagte, dass eine Jahrhundertchance verloren gegangen sei.
AfD fordert Tschentschers Rücktritt nach Olympia-Desaster
Die AfD nutzte das Ergebnis für eine Rücktrittsforderung an Bürgermeister Tschentscher. Mit dem Aus für Hamburg wird sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nun mit München, Berlin oder der Rhein-Ruhr-Region für die Sommerspiele bewerben. Die Entscheidung fällt am 26. September im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bedauerte das ‚Nein‘ im Hamburger Olympia-Referendum, respektierte aber die demokratische Entscheidung. Er betonte, dass bei einer Olympiabewerbung entscheidend sei, dass sie von den Bürgern mitgetragen werde.
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