Die Vize-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Julia Verlinden, verlangt von Vermietern eine jährliche Information über Gastarife mit bundesweitem Referenzwert. Bei Preiserhöhungen über fünf Prozent soll eine 14-tägige Meldefrist gelten. Andernfalls droht ein Kürzungsrecht bei der Abrechnung.
Forderung nach Kostentransparenz und schneller Information
"Das Mindeste, was die Koalition nun tun muss, ist, bei Mietern für volle Kostentransparenz zu sorgen", sagte Verlinden den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie verwies darauf, dass Heizkosten heute oft erst mit Verspätung bekannt würden, während andere Informationen in Echtzeit verfügbar seien. Im kommenden Jahr könnte dies für viele Haushalte zu einem teuren Erwachen führen. Die fossilen Heizkosten seien längst eine „zweite Miete“ geworden.
Zusätzlich sollen Mieter bei Preiserhöhungen über fünf Prozent innerhalb von 14 Tagen informiert werden. Verlinden betonte, nur wer von einer Erhöhung wisse, könne durch bewusstes Heizen gegensteuern. Werden die Informationen nicht fristgerecht übermittelt, soll ein Kürzungsrecht bei der Heizkostenabrechnung greifen.
Kritik an Gebäudeenergiegesetz und fossilen Heizungen
Verlinden übt zugleich Kritik an den Änderungen der Koalition beim Gebäudeenergiegesetz. Die gesetzliche Möglichkeit zum Einbau neuer fossiler Heizungen sei ein "unverantwortlicher Rückschritt". Viele Mieter hätten keine Mitsprache bei der Wahl der Heizung und könnten von hohen Kosten überrascht werden.
Besonders problematisch sei, dass Nutzer den Preis für Wärme oft erst nach dem Winter erführen. Die Gaspreise sind zuletzt wieder deutlich gestiegen, was in den kommenden Monaten zu höheren Heizkosten für Haushalte führen könnte.