2.300 Menschen fliehen vor Flammen in der Eifel – Munition erschwert Löscharbeiten
In der Eifel breitet sich der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens aus. Der Ortsteil Gey in Hürtgenwald wurde vorsorglich evakuiert, wie der Kreis Düren mitteilte. Etwa 2.300 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Flammen sind nach Angaben des Landrats Ralf Nolten (CDU) nur noch 150 bis 200 Meter von der Ortschaft entfernt. Die Lage bleibt dynamisch, da sich der Wind drehen kann, wie der Tagesspiegel berichtet. Besonders problematisch ist die Munitionsbelastung aus dem Zweiten Weltkrieg im betroffenen Waldgebiet. Explodierende Kampfmittel erschweren die Löscharbeiten und zwangen Einsatzkräfte bereits zu Rückzügen, um Einkesselungen zu vermeiden. Laut WDR handelt es sich um einen Wipfelbrand, bei dem sich das Feuer über die Baumkronen ausbreitet. Bisher sind rund 300 Hektar Wald betroffen, was etwa 420 Fußballfeldern entspricht. Die Brandursache ist noch unklar, Verletzte wurden bisher nicht gemeldet.
Bundeswehr und THW kämpfen gegen Flammen
Die Einsatzkräfte setzen auf verschiedene Taktiken, darunter Gegenfeuer, um die Ausbreitung einzudämmen. Panzer der Bundeswehr und Motorsägen kommen zum Einsatz, um Schneisen zu schaffen. Neben der Feuerwehr sind auch Bundeswehr, THW, DRK und Malteser im Einsatz. Die Warn-App Nina meldete die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“. Die Autobahnausfahrten Düren und Langerwehe der A4 wurden gesperrt, um die Löscharbeiten nicht zu behindern.
Größter Waldbrand in NRW-Geschichte bestätigt
Die Landesregierung bestätigte, dass es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte NRWs handelt. Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) und Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) besuchten die Einsatzkräfte vor Ort. Die Evakuierten wurden zunächst in einer Grundschule, später in einer Förderschule untergebracht, da die Aschebelastung in der Luft zu hoch war. Auch ein Pflegeheim musste geräumt werden.
Waldbrände wüten in mehreren NRW-Regionen
In anderen Regionen NRWs kämpfen Einsatzkräfte ebenfalls gegen Waldbrände. Im Sauerland bei Sundern ist ein Feuer auf 80.000 Quadratmetern unter Kontrolle, aber noch nicht vollständig gelöscht. Im Oberbergischen breiteten sich in Lindlar Flammen auf 20.000 Quadratmetern aus, Glutnester schwelen weiter. Auch in Aachen, am Möhnesee und in Marsberg gab es Brände. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor hoher Waldbrandgefahr in fast allen Regionen NRWs.
Trockenheit und Unachtsamkeit entfachen Brände
Die Trockenheit und Unachtsamkeit von Menschen gelten als Hauptursachen für die aktuellen Brände. Im Wald gilt von März bis Oktober ein Rauchverbot, offenes Feuer ist verboten. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Wälder derzeit nicht zu betreten, da sich Brände rasant ausbreiten können. Für das Wochenende sind Schauer und Gewitter in NRW angekündigt, was die Löscharbeiten erleichtern könnte.