Polizei befreit Geisel nach elf Stunden in Marienfelde
In einem Rewe-Supermarkt im Berliner Stadtteil Marienfelde hat die Polizei eine Geiselnahme nach rund elf Stunden beendet. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und der „Spiegel“ berichten, wurde der Täter überwältigt und die Geisel befreit. Der Einsatz begann am späten Freitagabend, als ein Mann eine Frau in dem Markt an der Hildburghauser Straße in seine Gewalt brachte und bedrohte. Laut Polizeisprecher Stefan Petersen-Schümann bestand während des gesamten Einsatzes Kontakt zu dem Geiselnehmer.
SEK und Feuerwehr im Großeinsatz
Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) sowie zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr waren vor Ort im Einsatz. Ein dpa-Reporter beobachtete, wie Beamte am frühen Morgen eine Leiter ans Gebäude stellten, um einen Blick in den Markt zu werfen. Hinter der Absperrung warteten Angestellte des Supermarkts, die mit Decken vom Rettungsdienst versorgt wurden. Sie befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Laden.
Geiselnehmer bedroht Mitarbeiter mit Messer
Ein Mitarbeiter des Supermarkts schildert gegenüber mehreren Medien, darunter „Welt“ und „Focus“, wie er die Geiselnahme miterlebte. Der 22-Jährige, der als Minijobber in der Filiale arbeitet, berichtete, der Täter habe ein „sehr großes“ oder „funkelndes Messer“ gezogen, als er die letzten Kunden rausschicken wollte. Der Geiselnehmer sei der letzte Kunde gewesen und habe die Ware nicht auf das Kassenband legen wollen. Die Geisel war laut „Focus“ eine Mitarbeiterin des Marktes, die unter Schock stand.
Täter mit Taser überwältigt und leicht verletzt
Der Täter wurde mit einem Taser überwältigt und dabei leicht verletzt, wie „Focus“ und „Welt“ übereinstimmend melden. Über die Hintergründe der Tat oder das Motiv des Geiselnehmers ist bisher nichts bekannt. Die Polizei betonte, dass für Anwohner keine Gefahr bestanden habe. Die Ermittlungen dauern an.
