Erste Verbände ziehen Unterstützung für FIFA-Präsident zurück
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) erhöht den Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino. Nach dem Scheitern der umstrittenen Investorenpläne für eine Ausgliederung kommerzieller Rechte droht der Dachverband mit rechtlichen Schritten. Wie der Telegraph und die BBC berichten, wurde ein Schreiben an Infantino verschickt, in dem die UEFA die Sicherung aller Unterlagen zum Deal fordert. Zudem prüfe man „aktive rechtliche Schritte, Schiedsverfahren und/oder Beschwerden bei Aufsichtsbehörden“, heißt es laut BBC in dem Dokument. Auch Technologieinvestor Joshua Kushner, der eine zentrale Rolle im Projekt spielen sollte, erhielt eine entsprechende Aufforderung. Die UEFA bestätigte gegenüber der dpa und dem SID, dass ein solches Schreiben versandt wurde.
Verbände ziehen Konsequenzen aus Infantinos Plänen
Erste nationale Verbände haben bereits Konsequenzen gezogen. Wales und England zogen als erste ihre Unterstützung für Infantinos Wiederwahl 2027 zurück, wie die Times und Sky News berichten. Der walisische Verband FAW begründete dies mit „Defiziten in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse und Werte“. Auch der serbische und der schwedische Verband schlossen sich dem Protest an. Infantino hatte zuvor Pläne für die Gründung der Tochtergesellschaft FIFA Forward Enterprise (FFE) aufgegeben, die Anteile an FIFA-Turnieren wie der WM an Investoren verkaufen sollte.
DFB spricht von irreparablem Vertrauensbruch
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) äußerte sich ebenfalls kritisch. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig bezeichnete das Verhältnis zu Infantino als „irreparabel zerstört“, wie der stern zitiert. Rettig kritisierte die „Art und Weise, wie diese Entscheidung herbeigeführt wurde“ und die „unlauteren Köder“, die ausgeworfen worden seien. Zudem verwies er auf die Erklärung der UEFA, die einen Vertrauensverlust in die Führung des Weltverbands signalisiere. Infantino steht seit 2016 an der Spitze der FIFA und will sich 2027 in Rabat für eine weitere Amtszeit bewerben.