Der iranische Exilpolitiker Reza Pahlavi hat in Berlin die westlichen Demokratien zu stärkerem Engagement gegen das iranische Regime aufgefordert. Er warf internationalen Medien vor, die Lage im Iran zu verharmlosen, und sprach von einem tiefgreifenden Aufstand seit 1979. Treffen mit Mitgliedern der Bundesregierung sind nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius nicht geplant.
Der iranische Exilpolitiker Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat die westlichen Demokratien zu mehr Engagement gegen das iranische Regime aufgefordert. Er kritisierte, dass die Berichterstattung den Fokus auf diplomatische Vorgänge lege, während die Situation im Land selbst in den Hintergrund gerate.
Kritik an internationaler Berichterstattung
„Die internationalen Medien berichten über die jüngsten Wendungen in der sogenannten Diplomatie, über Waffenstillstände, Verhandlungen und Abkommen“, sagte Pahlavi am Donnerstag vor Journalisten in Berlin. Dabei ließen sie jedoch die tatsächliche Lage vor Ort außer Acht: „Eine Revolte einer ganzen Generation, der tiefgreifendste Aufstand im Iran seit 1979.“
Pahlavi beschrieb den politischen Wandel im Iran als bereits begonnen. „Wenn die Legitimität stirbt, beginnt die Macht zu bröckeln“, so Pahlavi. Die Frage sei nicht, ob der Wandel kommen werde – der Wandel sei im Gange. „Die eigentliche Frage ist, wie viele Iraner ihr Leben verlieren werden, während die Gemeinschaft der westlichen Demokratien weiterhin tatenlos zusieht.“
Hinweise auf Repression und Internetblockaden
Nach den Worten des Exilpolitikers fänden weiterhin Gräueltaten statt, die international kaum wahrgenommen würden. Diese blieben der Weltöffentlichkeit verborgen, weil, so Pahlavi, das Regime den Internetzugang gesperrt und die Zeugen zum Schweigen gebracht habe.
Aufenthalt in Berlin ohne Regierungskontakte
Pahlavi befindet sich nach eigenen Angaben derzeit für politische Gespräche in Berlin. Treffen mit Regierungsmitgliedern sind nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius allerdings nicht geplant. Demnach sieht die Bundesregierung „keinen Anlass, mit ihm das Gespräch zu suchen“. Die Ansprechpartner für Iran seien momentan das Regime in Iran.
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