Der deutsche Anatome und Plastinator Gunther von Hagens ist tot.
Gunther von Hagens wurde weltweit bekannt durch seine Ausstellung «Körperwelten», in der er mithilfe der von ihm entwickelten Plastinationstechnik konservierte menschliche Körper und Organe der Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Ausstellungen, die seit den 1990er-Jahren in vielen Ländern gezeigt wurden, lösten immer wieder kontroverse Diskussionen über Ethik und Ästhetik aus.
Plastination revolutionierte die Anatomie
Geboren wurde von Hagens 1945 in Alt-Skalden, Ostpreußen. Nach seinem Medizinstudium in Jena und Heidelberg spezialisierte er sich auf Anatomie und entwickelte die Plastination, ein Verfahren zur Konservierung biologischer Gewebe. Diese Methode ermöglichte es, menschliche Körper langfristig zu erhalten und für wissenschaftliche sowie pädagogische Zwecke zu nutzen.
Von Hagens prägte moderne Wissenschaftsvermittlung
Trotz der Kritik an seinen Ausstellungen blieb von Hagens ein gefragter Wissenschaftler und Ausstellungsmacher. Seine Arbeit prägte die moderne Anatomie und trug dazu bei, das Verständnis für den menschlichen Körper in der breiten Öffentlichkeit zu fördern. Mit seinem Tod verliert die Wissenschaft eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten.