CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers für die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 will das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt nicht als drohendes Szenario für Berlin gelten lassen. Er sieht die CDU unter Druck von beiden politischen Rändern und positioniert sich klar gegen Extremismus.
Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Linken
Stefan Evers sagte dem Nachrichtensender "Welt": "Berlin ist nicht Sachsen-Anhalt. Alle Umfragen zeigen, dass es hier um ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen einer radikalisierten Linken und der CDU geht".
Gleichzeitig verweist er auf ein starkes AfD-Ergebnis in den Berliner Umfragen. Die CDU stehe in der Stadt der Freiheit dafür, dass Extremisten nicht an der Macht beteiligt werden. Die Linke in Berlin stehe für Judenhass und Massenenteignung, so Evers. „Wir als CDU sind hier in Berlin das Bollwerk gegen jeden Extremismus, wo andere auf einem Auge blind sind“.
Forderung nach Reformen und Bundespolitik-Kritik
Evers verortet viele Probleme mit Blick auf Sachsen-Anhalt auf Bundesebene. Das Sommertheater der letzten Monate hätte man sich gerne erspart, sagte er. In Berlin sei man es gewohnt, Streitigkeiten hinter den Kulissen auszutragen und dann gemeinsam Ergebnisse zu präsentieren. Dies wünscht er sich auch für den Bund, um einen Ruck durch die Bundespolitik auszulösen.
Aus eigener Regierungserfahrung betont Evers, dass Länder und Kommunen dringend Reformen bräuchten. "Ich bin als Land, als Stadt kaum noch in der Lage, dringend erforderliche Ausgaben zu leisten für die Sanierung von Polizeiwachen, von Schulen, von Straßen dort, wo es ja heute schon auffällig ist, dass wir unseren Verpflichtungen nicht mehr so nachkommen, wie es angebracht wäre." Dafür sei ein Schub nach vorne nötig. Zudem müssten die Sozialsysteme tiefgreifend reformiert werden, da explodierende Sozialausgaben die Handlungsfähigkeit einschränkten. Gleichzeitig fordert er eine Entlastungsoffensive für die deutsche Wirtschaft.