Die Europäische Kommission hat den US-Internetkonzern Meta verpflichtet, konkurrierenden KI-Assistenten wieder freien Zugang zu WhatsApp zu gewähren. Die Anordnung gilt bis zum Abschluss eines laufenden Kartellverfahrens und soll nach Angaben der EU-Kommission einen schweren Schaden für den Wettbewerb verhindern. Meta muss demnach Drittanbieter von KI-Assistenten zu denselben Bedingungen wie vor Oktober 2025 auf die Programmierschnittstelle von "WhatsApp for Business" zugreifen lassen.
EU-Kommission greift in Wettbewerb bei KI-Assistenten ein
Die Europäische Kommission teilte am Dienstag mit, dass Meta konkurrierenden „KI-Assistenten“ wieder freien Zugang zu WhatsApp gewähren müsse. Dies müsse bis zum Ende des laufenden Kartellverfahrens aufrechterhalten werden, hieß es aus Brüssel. Damit solle verhindert werden, dass das Verhalten von Meta „einen schweren und nicht wiedergutzumachenden Schaden für den Wettbewerb auf diesem wachsenden Markt zur Folge hat“, wie es aus Brüssel hieß.
Im Dezember 2025 hatte die Kommission eine kartellrechtliche Untersuchung zu der neuen Politik von Meta eingeleitet. Diese sah vor, dass fremde KI-Anbieter aus WhatsApp ausgesperrt werden, sodass nur noch der eigene Dienst „Meta AI“ Zugang hatte.
Vorwurf des Missbrauchs einer beherrschenden Stellung
Mit WhatsApp habe Meta mindestens seit 2023 eine beherrschende Stellung auf dem Markt für Kommunikations-Apps für Verbraucher im Europäischen Wirtschaftsraum inne, so die Darstellung der EU-Kommission. Meta habe diese beherrschende Stellung dem ersten Anschein nach missbraucht, indem es konkurrierenden allgemeinen „KI-Assistenten“ den Zugang zur Programmierschnittstelle (API) von „WhatsApp for Business“ verwehrte.
Gebührenmodell im Fokus der Wettbewerbshüter
Seit März ließ Meta zwar allgemeine KI-Assistenten anderer Anbieter auf WhatsApp wieder zu, erhob jedoch eine Gebühr, die nach Ansicht der EU-Kommission de facto auf das vorherige Zugangsverbot hinauslief. Meta müsse den Zugang von allgemeinen KI-Assistenten Dritter zur Programmierschnittstelle von „WhatsApp for Business“ aber zu denselben Bedingungen wie vor dem 15. Oktober 2025 wiederherstellen, als dieser Zugang für alle diese KI-Assistenten kostenlos war, so die EU-Kommission.
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