Mordkommission ermittelt nach Angriff auf türkische Bar in Ostheim
In Köln-Ostheim ist am frühen Samstagmorgen eine türkische Bar beschossen worden. Wie der WDR berichtet, näherten sich zwei Personen in einem Kleinwagen dem Lokal, bevor der Beifahrer mindestens fünf Schüsse abfeuerte. Vier davon trafen die Bar, die zum Tatzeitpunkt gegen 7 Uhr geschlossen war. Ein Mitarbeiter, der sich noch im Gastraum aufhielt, blieb unverletzt. Die Täter flüchteten in Richtung Köln-Vingst, die Polizei fahndet seitdem nach den beiden Männern. Vor Ort sicherte die Mordkommission der Kölner Polizei Patronenhülsen und sperrte den Tatort weiträumig ab. In einer Fensterscheibe war ein großes Einschussloch zu erkennen.
Türkisches Café in Köln beschossen
Bereits am Montag war in der Kölner Südstadt ein türkisches Café beschossen worden, wie der Focus unter Berufung auf den Kölner Express meldet. Auch dort gab es keine Verletzten, doch die Polizei fand Patronenhülsen im Kaliber neun Millimeter. Ein Zeuge beschrieb den Täter als dunkel gekleideten, glatzköpfigen Mann mit Kapuzenpullover. In Erftstadt hatten Unbekannte zudem auf das Haus und das Auto eines türkischen Imbissketten-Besitzers geschossen.
LKA warnt vor „türkischer Gen-Z-Mafia“
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA) sieht in diesen Vorfällen ein neues Kriminalitätsphänomen, das in der Öffentlichkeit als „türkische Gen-Z-Mafia“ bezeichnet wird. Laut LKA handelt es sich dabei nicht um eine einzelne Organisation, sondern um verschiedene Gruppierungen, die teilweise kooperieren oder miteinander konkurrieren. Die Täter seien überwiegend türkische Staatsangehörige, doch auch Personen anderer Nationalitäten seien an einzelnen Taten beteiligt. Seit Februar 2026 erfasst das LKA rund 20 ähnliche Fälle in NRW, davon sechs mit Schusswaffen. Zielpersonen sind vor allem türkeistämmige Unternehmer wie Supermarktbetreiber oder Restaurantketten-Inhaber. In einigen Fällen sollen Erpressungsforderungen von bis zu 200.000 Euro für einen „Nichtangriffspakt“ gestellt worden sein, wie der Focus unter Berufung auf den Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.
Polizei ermittelt mögliche Verbindungen der Taten
Die Polizei prüft derzeit mögliche Zusammenhänge zwischen den Taten. Ein Sprecher der Kölner Polizei sagte dem WDR, zum Tathintergrund könne man noch keine Aussage treffen. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen, Bezüge zur Rocker- oder Clan-Kriminalität seien nicht auszuschließen. Auch die WAZ bestätigt, dass eine Mordkommission die Ermittlungen übernommen hat.