Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, plädiert für eine begrenzte Freigabe der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen. Er sieht darin eine Chance, den stationären Einzelhandel gegenüber digitalen Angeboten zu stärken und Innenstädte zu beleben. Zugleich fordert er klaren Schutz und faire Bezahlung für Beschäftigte, die sonntags arbeiten. Unterstützung für mehr Sonntagsöffnungen kommt auch vom Handelsverband HDE.
DIW-Präsident fordert mehr Flexibilität für Sonntagsöffnungen
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat sich für eine Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen ausgesprochen. Eine „begrenzte Freigabe“ sei richtig, weil sie den stationären Einzelhandel im Wettbewerb mit digitalen Angeboten stärke und Innenstädte beleben könne, sagte Fratzscher der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe).
Gerade kleinere Geschäfte bräuchten mehr Flexibilität, um im Wettbewerb mit Online-Plattformen bestehen zu können, so der DIW-Präsident laut „Rheinischer Post“. Sonntagsöffnungen könnten zudem die soziale Teilhabe stärken, weil Innenstädte wieder stärker zu Orten der Begegnung und des öffentlichen Lebens würden.
Schutz der Beschäftigten im Fokus
Zugleich erklärte Fratzscher, dass Sonntagsöffnungen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen dürften. „Wichtig ist dabei, dass Beschäftigte geschützt bleiben: Sonntagsarbeit muss fair bezahlt und klar geregelt sein“, erklärte er gegenüber der „Rheinischen Post“.
Rückendeckung vom Handelsverband
Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, hatte sich zuvor in der „Bild“-Zeitung für mehr Möglichkeiten zur Öffnung an Sonntagen ausgesprochen.
