Mehrere Bundesländer lockern Fahrverbote – ADAC sieht keine Stauzunahme
Mehrere Bundesländer haben das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen gelockert, um die Folgen des anhaltenden Niedrigwassers in den Flüssen abzufedern. In Baden-Württemberg zeigte sich am ersten Wochenende mit der neuen Regelung laut ADAC Württemberg keine spürbare Zunahme von Staus. Der Automobilclub betont jedoch, dass es sich dabei nur um eine Momentaufnahme handelt und ein belastbares Gesamtbild erst Ende September vorliegen werde. Faktoren wie Ferienende, Vollsperrungen oder schwere Unfälle könnten die Stauentwicklung zusätzlich beeinflussen, wie der ADAC mitteilt.
Sonderregelung entlastet Logistik nur begrenzt
Die Logistikbranche begrüßt die Sonderregelung als wichtigen Schritt, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Der Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) sieht darin ein gezieltes Entlastungsventil, das jedoch nicht ausreicht, um fehlende Transportkapazitäten vollständig auszugleichen. Ein Binnenschiff transportiere je nach Güterart die Ladung von 50 bis 150 Lkw, so der Verband. Fällt dieser Transportweg aus, stoßen Straßen und Schienen schnell an ihre Grenzen.
Lkw-Lockerung in Bayern kaum genutzt
In Bayern wurde die Lockerung ebenfalls eingeführt, doch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bestätigte gegenüber dem BR, dass am ersten Wochenende kaum eine Erhöhung des Lkw-Aufkommens festzustellen war. Auch Autofahrer an Raststätten berichteten von wenig zusätzlichem Lkw-Verkehr. Herrmann betonte, die Maßnahme diene vor allem der Flexibilität für Speditionen, die Güter transportieren, die normalerweise auf Schiffen unterwegs wären. Die Bahn bleibe für bestimmte Güter wie Schüttgüter eine günstigere Alternative.
ADAC warnt vor Straßenbelastung durch Lkw
Gleichzeitig warnt der ADAC vor einer zusätzlichen Belastung der Straßen durch Lkw, da ein voll beladener 40-Tonnen-Lkw etwa so viel Verschleiß verursacht wie rund 60.000 Autos. Besonders problematisch sei dies bei Brücken. Die Lockerung des Fahrverbots gilt in den meisten Bundesländern zunächst bis Ende August oder September, während Sachsen-Anhalt am Verbot festhält. Die Branche fordert langfristig mehr Planungssicherheit und eine dauerhafte Flexibilisierung restriktiver Regelungen, um die Versorgungssicherheit zu stärken.