Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) wirbt für ein europäisches Frontier-Modell im Bereich der digitalen Infrastruktur und Sicherheit. Sicherheit sei mehr als militärische Verteidigung, sagt er, und setzt dabei auf eine tragfähige, marktorientierte Struktur statt dauerhafter staatlicher Unterstützung.
Wildberger: Sicherheit ist mehr als Militär
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) plädiert für ein europäisches Frontier-Modell. „Sicherheit ist nicht nur Militär“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Europa habe dazu das Talent und die Forschung. „Ich will eine Struktur, die selbsttragend und nicht dauerhaft auf Staatsunterstützung angewiesen ist“, sagte Wildberger weiter.
Beim Anschub für Rechenkapazität schließt Wildberger staatliche Hilfe allerdings nicht aus. „Dann würde ich das als eine Frage der Sicherheit betrachten.“ Im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe) verrät der Minister, mit welchen europäischen Partnern Deutschland darüber bereits im Austausch steht.
Appell an Unternehmen: Rechenleistung als Geschäftsmodell
Zugleich drängte Wildberger auf mehr Rechenleistung in Deutschland und wandte sich direkt an die Wirtschaft. „Wenn ein Land etwas in dieser Größenordnung braucht, dann ist das doch auch ein Geschäftsmodell“, sagte er. Dann müsse es möglich sein, dass Unternehmen investieren, „natürlich mit unternehmerischem Risiko“. Anderswo würden dafür Milliarden bereitgestellt, oft ohne, dass sich das sofort auszahlt. „Das ist Unternehmertum.“
Debatte um Gigafactories und Rechenzentren
Dabei müssten es nach Ansicht Wildbergers nicht immer direkt Gigafactories sein, die eine Rechenleistung von 100.000 GPUs haben. „Ich mag den Gedanken, kleiner anzufangen.“ Zuvor hatte Telekom-CEO Tim Höttges dem „Handelsblatt“ gesagt: „Telekom braucht keine Gigafactory. Deutschland braucht eine.“
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